Frist verpasst, Hotel „tot“?. Über ein Megaprojekt, das ins Wanken gerät.

Von Paul Haider. Erstellt am 30. Oktober 2019 (03:48)

In der Sitzung des Neusiedler Gemeinderates hätte kürzlich über den Dienstbarkeitsvertrag zwischen der Stadtgemeinde und der Seeblick GmbH, die das neue Seehotel plant, abgestimmt werden sollen. Dazu sollte es aber nicht kommen: Bürgermeisterin Böhm hat die Abstimmung von der Tagesordnung nehmen lassen. Denn kurz vor der Sitzung seien noch Änderungen an den Projektplänen vorgenommen worden, so kurzfristig sei eine Abstimmung nicht zu verantworten.

Für die Firma hinter dem Seehotel ist damit ein Super-GAU eingetreten: Wichtige Fristen könnten nun nicht mehr eingehalten werden, das Hotel sei somit erfolgreich abgewürgt, meinte einer der Projekt-Teilhaber.

So mancher wird dem Gemeinderat, von der Stadtchefin abwärts, jetzt wirtschaftsschädigendes Verhalten vorwerfen. Man kann aber auch argumentieren, dass die Stadtgemeinde ein starkes Zeichen gesetzt hat, indem sie nicht ein Projekt absegnen ließ, bei dem noch nicht alle Details restlos geklärt sind. Schließlich wurden die politischen Vertreter der Stadt nicht dafür gewählt, sich wirtschaftlichem Druck zu beugen, sondern um Projekte umzusetzen, die eine Mehrheit der Neusiedler Bevölkerung befürwortet.