Gastro: Klassiker versus Moderne. Über das Wirtshaus-Sterben.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 27. März 2019 (05:03)

Seit Jahren werden sie weniger: die klassischen Wirtshäuser. Eine dieser „Institutionen“ schließt nun auch in Parndorf ihre Pforten für immer: das Café Gettinger. Das als Gettinger-Wirt bekannte Lokal sperrt nach 49 Jahren zu. Zwei Generationen verdienten ihren Lebensunterhalt mit dem Gastronomiebetrieb, die dritte lässt sich darauf nicht mehr ein. „Die haben bessere Berufe“, sagt der Chef selbst. Das schlechte Image der Gastronomieberufe ist wohl einer der Gründe, warum die Jungen kaum noch in die Fußstapfen ihrer Eltern treten wollen, hohe behördliche Auflagen und der Mangel an qualifiziertem Personal sind die anderen. In den vergangenen 15 Jahren ist die Zahl der Gasthäuser in Burgenland um 33,2 Prozent gesunken. Gerade Parndorf aber ist dafür kein Paradebeispiel. Trotz der Trauer der Stammgäste um den Gettinger-Wirt darf sich die Gemeinde über eine florierende Gastro-Szene freuen. Freilich nicht im Ortskern, sondern im Bereich der Einkaufszentren. Mit modernen, internationalen Konzepten laufen sie den klassischen Wirtshäusern momentan den Rang ab. Für die eingesessenen Gastronomen heißt es deshalb innovativ werden, Konkurrenz belebt schließlich das Geschäft. Und davon profitieren die Konsumenten.