Historische See-Ansichten

Über Fata Morgana - Ereignisse am Neusiedler See.

Birgit Böhm-Ritter
Birgit Böhm-Ritter Erstellt am 12. August 2021 | 02:37

Der Neusiedler See macht der Region wieder einmal Kopfzerbrechen. Seit der Seeregulierung durch das Wehr im Einser-Kanal im Jahr 1965 war der Wasserstand im Juli nicht so niedrig wie heuer. Freilich gab es davor noch weit niedrigere Pegelstände bis hin zur gänzlichen Austrocknung, zuletzt 1865 bis 1871. Damals wurden ungewöhnliche Naturerscheinungen beobachtet. Die Wirkung der aufsteigenden Dünste glich einem Vergrößerungsglas, sodass Objekte aus der Ferne überdimensional erschienen.

Ebenso ist in Chroniken von dem Phänomen der Fata Morgana zu lesen. Die Podersdorfer sahen oft die Purbacher oder Weidener Kirche von Wasser umgeben. Auch wenn sich interessante Naturereignisse einstellen würden, einer neuerlichen Austrocknung des Steppensees möchte das Land Burgenland natürlich vehement entgegensteuern. Die Tourismuswirtschaft ist schon einmal aufgrund des geringen Wasserstandes zusammengebrochen.

Der Höhenflug in der Anfangszeit des Fremdenverkehrs in Podersdorf wurde 1928 jäh gestoppt, als das Wasser mit einer Höhe von 40 Zentimetern den Gästen nicht einmal bis zum Knie reichte. Der See ist aber nicht nur Tourismusmagnet, sondern für das gesamte Mikroklima verantwortlich. Was einen Eingriff in sein Ökosystem und eine Regulierung des Wasserstands nur mit äußerster Sensibilität möglich macht.