Im Dschungel der Prämierungen

Über inflationäre Weinbewerbe.

Erstellt am 08. Juli 2021 | 03:14

Eine Weinprämierung hier, eine Preisverleihung dort, Wein-Messen mit Auszeichnungen rund um den Globus. Goldmedaillen und Preise werden en masse an Winzerinnen und Winzer verliehen. So hat man jedenfalls das Gefühl und als Konsument findet man sich im Dschungel der Weinbeurteilungen oftmals nicht mehr zurecht.

Verfolgt man allerdings regelmäßig die Siegerlisten der verschiedenen Veranstaltungen, so wird eines klar. Vorne dabei sind ohnehin – mit einigen Variationen – immer die gleichen Weingüter. Und viele davon sind aus dem Neusiedler Bezirk, was wiederum auf die hohe Qualität der Winzerprodukte hierzulande hinweist. So auch bei der jüngsten Weinprämierung der Burgenländischen Landwirtschaftskammer: Zehn der 17 Auszeichnungen gingen an heimische Weingüter. Wobei hier auch einer reüssierte, der in den vergangenen Tagen international von sich reden machte. Nämlich der Illmitzer Hans Tschida. Er wurde zum siebten (!) Mal bei der internationalen Wine Challenge in London zum „Sweet Winemaker of the Year“ gekürt. Wenn es also konstante Qualität gibt, dann sicher in seinem Weinkeller. Da kann man sich auf die Bewertungen der Experten getrost verlassen. Ansonsten gilt ohnehin: Weinprämierungen können den Bekanntheitsgrad eines Weingutes steigern, der Konsument soll aber trinken, was ihm schmeckt, nicht was eine Siegerliste vorgibt.