Landleben boomt im Corona-Lockdown. Über steigende Hauspreise und Nachholbedarf am Arbeitsmarkt

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 12. November 2020 (03:45)

Ob die Gesundheitskrise längerfristig zu einer Stadtflucht führen wird, wird sich noch weisen. Häuser wurden jedenfalls im Neusiedler Bezirk im ersten Halbjahr gleich um rund 44 Prozent mehr verkauft als 2019. Die gute Nachfrage, lässt auch die Preise steigen. Erstmals liegt der Durchschnittspreis bei Einfamilienhäusern in einem burgenländischen Bezirk über 200.000 Euro (siehe Seite 19). Das ist im Österreich-Vergleich noch moderat: der bundesweite Schnitt liegt bei rund 271.000 Euro.

Viele Interessenten kommen aus Wien und Bratislava. Die Vorzüge des Landlebens werden vor allem im Lockdown deutlich: Naherholungsgebiete liegen direkt vor der Haustüre. Die gute Infrastruktur im Bezirk lockt darüber hinaus an. Der Handel ist gut ausgestattet. Man muss nicht mehr nach Wien zum Einkaufen fahren oder online kaufen. Nahezu alles ist im Bezirk zu bekommen. Aufholbedarf gibt es allerdings am Arbeitsmarkt. Hochqualitative Arbeitsplätze gibt es weniger. Die Pendlerrate ist hoch. Hier müsste längerfristig angesetzt werden, damit im Bezirk nicht nur gewohnt und geschlafen wird.