Mit Feuer zurück zu den Wurzeln

Über die alte Praxis, Schilf abzubrennen

Erstellt am 17. Dezember 2020 | 03:45

Der Neusiedler See ist ein enorm komplexes Ökosystem, das trotz vieler wissenschaftlicher Studien immer noch zahlreiche offene Fragen in sich birgt. Gerade erst sind wieder zwei Forschungsprojekte zu Ende gegangen, die neue Daten und Fakten liefern aber auch wieder neue Fragen aufwerfen.

Um es mit den Worten von Christian Sailer zu beschreiben: „Wenn wir an einem Rädchen drehen, drehen sich fünf andere mit.“ Das sagte der Leiter der Task Force Neusiedler See in der Burgenländischen Landesregierung im Rahmen der Abschlusskonferenz REBEN (Reed Belt Neusiedler See). Dieses Projekt beschäftigte sich mit der Wechselwirkung des Schilfgürtels und der freien Wasserfläche. Einmal mehr wurde klar, dass der Neusiedler See ein ausgesprochen verletzliches System ist, in das nur äußerst sorgfältig eingegriffen werden darf.

Dass nun gerade Naturschutz-Experten ein Schilfmanagement mittels Feuer empfehlen irritiert da erst einmal. Die alte Methode, Altbestände abzubrennen, soll laut WWF und BirdLife aber die naturschonendste Methode sein. Zu diesem Ergebnis kamen die Wissenschaftler bei den Forschungen zu einem EU-Projekt, das sich mit Schilferntetechniken befasste. Wie praktikabel diese Methode heute aber ist, bleibt allerdings offen. Momentan ist diese Praxis aus Gründen der Luftgüte nämlich verboten.