Orange Maßnahmen mit Verzögerung

Über Gesundheitsbehörden, die an ihre Grenzen stoßen.

Erstellt am 08. Oktober 2020 | 03:45
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Seit Montag leuchtet die Corona-Ampel im Neusiedler Bezirk orange. Das bedeutet, hier besteht ein hohes Risiko einer Ansteckung. Die Fallzahlen sind in der Vorwoche in die Höhe geschnellt und liegen derzeit über dem österreichischen Durchschnitt. Im Vergleich: Der Inzidenzwert (positive Fälle auf 100.000 Einwohner) der vergangenen sieben Tage steht österreichweit bei 70,8, im Bezirk Neusiedl bei 89 (Stand 7. Oktober).

Dass der Bezirk „auf orange gestellt“ wird, ist nicht erst seit Montag bekannt. Die Corona-Kommission entschied bereits vier Tage zuvor. Trotzdem ließen neue Maßnahmen zur Eindämmung der Virusverbreitung beim offiziellen Aufleuchten des „orangen Lichts“ am Montag noch auf sich warten. Neue Bestimmungen verlautbarte die Bezirkshauptmannschaft erst am Dienstag, in Kraft traten sie am Mittwoch. Eigentlich könnte man meinen, dass Maßnahmen-Pakete für alle Farben bereits in der Schreibtischlade parat liegen. Dem ist offensichtlich nicht so. Die momentan rasante Verbreitung des Virus bringt die Gesundheitsbehörden an ihre Grenzen. Auch was Testungen und Bescheidübermittlungen betrifft, kommt es im Bezirk vermehrt zu langen Verzögerungen.