Paradoxes Wachstum. Birgit Böhm-Ritter über Herausforderungen in einer wachsenden Stadt.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 03. Oktober 2018 (10:52)

Die Schließung der Tennishalle in Neusiedl am See ist dieser Tage ein zentrales Gesprächsthema in der Bezirkshauptstadt. Vor allem natürlich im sportaffinen Teil der Bevölkerung, aber nicht nur. Denn es existiert ein unterschwelliges Gefühl bei den Stadtbewohnern, dass die Infrastruktur dem rasanten Wachstum nicht standhält, geschweige denn nachkommt. Die Einwohnerzahl wächst monatlich, die Infrastruktur hinkt nach.

In vielen Bereichen. Fehlende Kinderbetreuungsplätze oder eine veraltete Volksschule und Musikschule sind nur die Spitze des Eisberges. Dabei wird in der Stadt weiter gebaut: 100 Wohnungen dort, 50 da und nochmals 20 dort. Der Bauboom, was Wohnungen und Reihenhäuser betrifft, scheint kein Ende zu nehmen. Wohnen alleine ist aber zu wenig, um eine hohe Lebensqualität – wegen der die Zuzügler kommen – aufrechtzuerhalten.

Auch Freizeiteinrichtungen gehören dazu. Hier sind die Verantwortlichen der Stadt besonders gefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen, dass diese erhalten werden können. Im Fall der Tennishalle darf man überhaupt hoffen, dass sie keinem Wohnungsbau weichen muss. Das wäre nämlich besonders paradox.