Punktgenaue Landung. Über den SPÖ- und ÖVP-Wahlkampf im Bezirk.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 29. Januar 2020 (03:22)

Allerorts wird derzeit über die geschlagene Wahl diskutiert. Im Mittelpunkt dabei steht fast immer die absolute Mehrheit der SPÖ.

Die „Absolute“ versetzt die einen (aus der SPÖ) in einen ungeahnten Freudentaumel, in eine nahezu unbekannte Euphorie. Die anderen (aus der ÖVP) schütteln dagegen ungläubig, fast ängstlich, ihre Köpfe. Dass das ÖVP-Ergebnis trotz des fulminanten SPÖ-Wahlsieges von der Landesspitze als Erfolg verkauft wird, versteht die türkise Basis nicht. Kritik unter ÖVP-Wählern und -Funktionären wurde am Wahlabend im Neusiedler Bezirk oftmals laut. Zu wenig angriffig sei der Wahlkampf gewesen, zu sanft. Kontroverse Themen wie die Einführung des Mindestlohnes oder die Gemeinnützigkeit der Pflegeeinrichtungen seien viel zu wenig aufgegriffen worden.

Wie Wahlkampf geht, zeigte dagegen Hans Peter Doskozil in perfekter Manier vor. Im Neusiedler Bezirk nahm er der ÖVP mit seiner Ankündigung, hier ein neues Krankenhaus zu bauen, kurz vor der Wahl jeden Wind aus den Segeln. Seit zwei Jahren kritisierte der VP-Landtagsabgeordnete Markus Ulram die schlechte medizinische Versorgung im Bezirk. Doskozil punktete mit perfektem Timing im Wahlkampf. Jetzt kann er nur noch mit der Umsetzung seiner Versprechen punkten.