Sicherheit versus Menschlichkeit

Über einen schmalen Grat in Pflegeheimen und Spitälern

Birgit Böhm-Ritter
Birgit Böhm-Ritter Erstellt am 08. Januar 2021 | 04:28

Seit bald einem Jahr fordert das Corona-Virus unsere Gesellschaft in allen Bereichen: Egal ob Schule, Familie, Sport oder Wirtschaft - die einschneidenden Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sind überall spürbar. Insbesondere aber im Pflege- und Gesundheitswesen. Dort gilt es in ganz besonderer Weise, einen schmalen Grat zu gehen – nämlich den zwischen Sicherheit und Menschlichkeit.

Dass das nicht immer gelingt, zeigt ein Beispiel einer Familie aus dem Seewinkel. Sie bedauert es, dass ihre Mutter und Großmutter im Kittseer Krankenhaus alleine sterben musste. Die Familie konnte sich nicht mehr verabschieden und durfte erst nach dem Tod der 88-Jährigen ans Sterbebett. Wohl momentan kein Einzelfall in Österreichs Spitälern. Und trotzdem nicht minder traurig.

Zur Trauer mischt sich in solchen Fällen auch noch Wut und Enttäuschung. Respekt und Wertschätzung gegenüber der Sterbenden und der Familie werden vermisst. Klar ist aber auch, dass in Krankenhäusern auf alle Patienten Rücksicht genommen werden muss und Besuche aufgrund der Ansteckungsgefahr reduziert werden müssen. Mit dem schnellen Antigen-Test ergibt sich nun aber eine neue Möglichkeit, vielleicht doch wieder mehr Kontakte zuzulassen. Soziale Interaktion fördert schließlich auch die Genesung.