Traditionen und Trendsetter. Birgit Böhm-Ritter über eine Region im Martini-Fieber

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 14. November 2018 (09:47)

Es ist ein typisches Novemberwochenende. Grau, kalt, feucht und ziemlich ruhig. Eine „tote Jahreszeit“, die Region hat bereits winterdicht gemacht. So war es noch bis vor einigen Jahren. Aus dem herbstlichen Dornröschenschlaf ist die Region allerdings endgültig erwacht. Dem Martiniloben sei Dank.

Was vor 30 Jahren in Gols mit einigen offenen Kellertüren begann, hat sich bis heute in allen Weinbaugemeinden des Bezirks etabliert. Reges Treiben war in den vergangenen Wochenenden in den Dörfern zu beobachten: Schon am frühen Nachmittag ging das fröhliche Kellerwandern los. Großteils gesittet. Das hat sich gegenüber der Anfänge des Martinilobens gewandelt. Das große gemeinschaftliche „Gratis-Besäufnis“ gibt es kaum noch.

Das Martiniloben ist zu einer Tradition geworden, von der nicht nur Winzer, sondern die ganze Region profitiert. So etwa auch die Gastronomen. Einer der schon lange auf den Martini-Zug aufgesprungen ist, ist Parade-Gastronom Fritz Tösch. Er gehört zu jenen, die Trends recht früh erkennen können. Deshalb läuft es in dem von seiner Familie geführten Weidener Seerestaurant derzeit auch richtig gut. So gut, dass nach eineinhalb Jahren in Betrieb auch schon an einer Lokalvergrößerung getüftelt wird. Chapeau!