Trübes Wasser ist gutes Wasser. Über das notwendige Salz im See

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 17. September 2020 (03:45)

Seit 13.000 Jahren ist der Neusiedler See eines der prägendsten Landschaftselemente unserer Region. Ein solches soll er auch bleiben, darüber sind sich sowohl Bevölkerung,

Naturschützer als auch burgenländische und ungarische Politiker einig. Auf die Frage „Wie?“ fallen die Antworten allerdings recht unterschiedlich aus. Eines ist allerdings allen klar: Der See ist ein so sensibles Ökosystem, dass sich der Klimawandel – ähnlich wie in den Gletschergebieten – hier sehr früh bemerkbar macht. So ist etwa die durchschnittliche Wassertemperatur in den vergangenen 35 Jahren um 1,9 Grad Celsius gestiegen. Ob der See aufgrund der Erderwärmung nun auch öfter austrocknen wird, ist allerdings ungewiss, denn die Häufigkeit der Niederschläge kann nicht prognostiziert werden.

Klar scheint allerdings, dass der Sodagehalt des Wassers für den See überlebensnotwendig ist. Deshalb warnt der WWF auch vor einer „Aussalzung“ des Sees durch eine Zuführung von Fremdwasser (ohne Sodagehalt). Sodapartikel sorgen für die Trübe des Wassers. Gerade das, was manche Badegäste abschreckt, ist für die gute Wasserqualität des Sees verantwortlich. Denn genau diese Trübe verhindert eine ausufernde Algenbildung im Neusiedler See.