Übergangslösungen als Dauerzustand?. Über den Ärztemangel am Land

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 01. April 2021 (04:18)

Offene Kassenstellen für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte bleiben im Neusiedler Bezirk immer öfter längere Zeit unbesetzt. Die Problematik ist nicht neu, ist aber angesichts anderer Problemfelder in einer Pandemie zuletzt etwas in den Hintergrund geraten. Der Vorstoß des Landeshauptmannes Doskozil, in solchen Fällen dislozierte Ambulanzen als Übergangslösung einzusetzen, hat das Thema wieder auf das Tapet gebracht.

Allgemeinmediziner aus den nächstgelegenen Spitälern sollen in der betreffenden Gemeinde praktizieren, bis die Kassenstelle fix besetzt werden kann – so die Idee. Eine gute Lösung – allerdings auf Zeit. Als gelernter Burgenländer weiß man, dass Übergangslösungen manchmal auch dazu neigen, zum Dauerzustand überzugehen. Das wäre fatal, denn auch die burgenländischen Spitäler klagen über Ärztemangel. Die Honorare sind hierzulande schlicht niedriger als in den Nachbarbundesländern, was es trotz aller vom Land geschaffener Anreize immer noch schwierig macht, Medizinerinnen und Mediziner für das Burgenland zu begeistern. Die Jungen sind Teamplayer und wollen nicht mehr alleine eine Praxis führen. Vielleicht wären Primärversorgungseinrichtungen eine Antwort.