Vandalen sind keine Kavaliere. Birgit Böhm-Ritter über Kavaliersdelikte, die keine sind.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 11. Juli 2018 (08:17)

Immer wieder sieht man angesprühte Wartehäuschen, Parkbänke in denen Initialen eingeritzt wurden oder umgeworfene Mistkübel. Die meisten Passanten schütteln darüber nur mehr den Kopf. Heftiger fällt die Reaktion kaum aus, weil wir uns daran bereits gewöhnt haben. Schade eigentlich. Erst große Sachbeschädigungen rütteln die Öffentlichkeit wieder auf. Gerade jetzt häufen sich die Meldungen solcher Vandalismusakte. In Parndorf ist man seit Wochen mit Beschädigungen und Verschmutzungen am Kinderspielplatz und in der öffentlichen WC-Anlage konfrontiert.

In Neusiedl am See wiederum wurden den Heiligenfiguren des Kreuzweges am Kalvarienberg die Nasen und Finger abgebrochen - zum Ärger des Vereins „Freunde des Kalvarienbergs“, die in den vergangenen Jahren 400.000 Euro in die Sanierung des Kreuzweges gesteckt haben. Warum jemand so etwas macht, ist kaum nachzuvollziehen. Ist es Langeweile, eine Mutprobe oder Gruppenzwang? Fest steht jedenfalls: Sachbeschädigung ist kein Kavaliersdelikt, wie auch die Polizei betont (siehe Seiten 12 und 21).