Verordnung statt Vernunft

Birgit Böhm-Ritter über ein Betretungsverbot, das Seefans fernhält

Erstellt am 09. April 2020 | 03:48
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Wir befinden uns nun in der vierten Woche des Corona-Ausnahmezustands. Eine gewisse Routine hat sich eingestellt. Video-Konferenzen gehören zum Alltag, Home Schooling hat sich eingespielt, Gesichtsmasken prägen das Erscheinungsbild im Supermarkt. Abstandhalten funktioniert fast automatisch. Aber eben nur fast. Gerade das schöne Frühlingswetter war schuld, dass „Social Distancing“ nicht überall eingehalten wurde.

Etwa in Podersdorf: Ausflügler drängten sich wahrlich auf der Mole in Richtung Leuchtturm. Darunter auch Uneinsichtige, die partout keinen Abstand halten wollten. Die Gemeinde musste das Strandbad sperren. Freuen sich die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Seegemeinden unter normalen Umständen über viele Gäste, so sind sie momentan mehr Fluch als Segen. Sie bringen die Ortschefs in eine Zwickmühle, vor allem, wenn einige wenige Unvernünftige darunter sind. Aus der Zwickmühle half das Land Burgenland, und zwar gleich mit einem umfassenden Betretungsverbot, das auch Seehütten und selbst Segelboote umfasst. Gerade die abgeschiedenen Hütten und Segelboote würden aber – auch Städtern – die Möglichkeit geben, sich zu isolieren und Abstand zu halten.