Visionen gegen den Stillstand. Über einen Startschuss in die Zukunft.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 23. Oktober 2019 (03:31)

Wie sich eine Gemeinde entwickelt, hängt von vielen Faktoren ab: etwa von ihrer geografischen Lage, den politischen Akteuren, den Wirtschaftstreibenden und den Einflüssen von außen. Letztlich ist es aber die Bevölkerung, die eine Kommune lebendig macht und diese durch ihr Verhalten in den Bereichen Wohnen, Freizeit und Arbeit prägt. Mitspracherecht, in welche Richtung sich die Kommune – oder einzelne Projekte – entwickeln soll, wird den Bürgern aber selten gewährt.

Im Rahmen der Erstellung eines Stadtentwicklungsplanes für Neusiedl am See wurde nun aber genau dazu, nämlich zum Mitreden, eingeladen. Im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsprozesses durften die Neusiedlerinnen und Neusiedler ihre Visionen und Wünsche für die Stadt kundtun. Im Großen und Ganzen waren sich die rund 100 Teilnehmer einig, welche Problemfelder es gibt und haben ähnliche Visionen entwickelt. Wenn die politischen Vertreter der Stadt gut zugehört haben, wissen sie jetzt, in welchen Bereichen der Schuh drückt. Diskutiert wurde aber auch im Anschluss der Veranstaltung und dort thematisierten die Teilnehmer ein Grundproblem: Pläne und Konzepte werden auf die lange Bank geschoben und nicht umgesetzt. Unterschwellig herrscht unter den Neusiedlern ein Gefühl des Stillstandes in der Stadt, das nur durch Taten verschwinden wird.