Vorrang für Ziesel, Pech für Robinien. Paul Haider über Abwägungen im Naturschutz

Von Paul Haider. Erstellt am 05. September 2018 (08:34)

Die Parndorfer Hutweide ist ein Naturjuwel. Nicht umsonst fühlt sich eine der letzten großen Zieselkolonien im Land hier seit Jahrzehnten äußerst wohl. Jetzt soll das Ziesel-Schutzgebiet vergrößert werden, allerdings auf eine Art und Weise, die auf den ersten Blick nicht sehr umweltfreundlich erscheint: Ein ganzes Waldstück, das an das bestehende Schutzgebiet grenzt, soll dem Erdboden gleich gemacht werden.

Die Rodung ist von der Naturschutzabteilung des Landes bereits mit der Begründung, dass die Baum-Barriere eine Ausbreitung der Ziesel behindern würde, abgesegnet. Außerdem besteht das Waldstück vor allem aus Robinien, einer Baumart, die als nicht-heimisch und invasiv gilt und daher nach und nach aus der burgenländischen Flora verdrängt werden soll.

Das klingt einleuchtend - ist für Parndorfer Naturfreunde, die seit Jahren gerne in dem beschaulichen Waldstück spazieren gehen, aber ein schwacher Trost. Bleibt zu hoffen, dass sich die Ziesel in ihrem neuen, vergrößerten Zuhause wohlfühlen. Und dass in Parndorf bald neue Bäume als Ersatz für die unwillkommenen Robinien gepflanzt werden.