Warum leuchtet die Ampel rot?. Über eine intransparente Ampelschaltung

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 29. Oktober 2020 (03:45)

Nun leuchtet sie rot im Bezirk: die Corona-Ampel. Damit symbolisiert sie ein sehr hohes Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus in der Region. Die Entscheidung der Ampel-Kommission wurde vergangenen Donnerstag gefällt, eine neue Verordnung mit verschärften Maßnahmen für den Neusiedler Bezirk trat erst gestern, am Mittwoch, in Kraft.

Die für die Bevölkerung im AGES-Dashboard ersichtlichen Zahlen zeigten da schon wieder ein ganz anderes Bild als zum Zeitpunkt der Entscheidung der Ampel-Kommission. Der Inzidenz-Wert (positive Fälle auf 100.000 Personen in den vergangenen sieben Tagen) war mit 92,4 gar der niedrigste im gesamten Bundesland. Rot leuchtet die Ampel aber nur im Bezirk Neusiedl wohlgemerkt. Nachvollziehbar ist das für die Bevölkerung nicht.

Hier wäre der Corona-Krisenstab des Landes gefordert, die Gründe der Ampelschaltung transparent zu kommunizieren, sind es doch nicht nur trockene Fallzahlen, die dafür ausschlaggebend sind. Auch Clusterbildungen, Verfügbarkeit der Krankenbetten oder etwa Testkapazitäten fließen in die Entscheidung ein. Wenn sich Bürger an Verordnungen halten sollen, dann fällt ihnen das jedenfalls leichter, wenn sie die Hintergründe verstehen.