Wenn alle aneinander vorbeireden. Über eine Kommunikation, die schiefläuft.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 24. Juni 2021 (03:27)

In der Kommunikationskultur zwischen den Gemeinderatsfraktionen der Stadtgemeinde Neusiedl am See scheint gehörig etwas schiefzulaufen. Beobachtet man die Stadtpolitik in und abseits von Gemeinderatssitzungen, so kommt ein Gefühl immer wieder auf: „Hier reden alle aneinander vorbei.“ Man sollte nicht ganz schwarzmalen, es gibt auch positive Beispiele einer Zusammenarbeit, wie sie etwa bei der Planung des vierten Kindergartens in einer parteiübergreifenden Arbeitsgruppe sehr gut gelungen ist.

Das Thema Zonierung für einen Photovoltaik-Park zeigt aber nun wieder einmal die andere Seite der Medaille. Zu wenig informiert und überrumpelt fühlt sich die ÖVP von dem Tagesordnungspunkt bei der Gemeinderatssitzung, in dem bereits ein Grundsatzbeschluss gefasst werden soll. Worüber? So klar ist das der ÖVP gar nicht. Erst recht nicht, als die Bürgermeisterin in einer Aussendung wissen ließ, es gehe nicht um eine Flächenumwidmung oder einen sonstigen bindenden Beschluss. „Warum sollen wir abstimmen, wenn der Beschluss nicht bindend ist?“, so der ÖVP-Vizebürgermeister. Die Frage ist gerechtfertigt und müsste vielleicht nicht gestellt werden, wenn im Vorfeld besser miteinander kommuniziert worden wäre. Wo hier der Fehler liegt, ist von außen schwer zu beurteilen. Eines ist aber klar: Es wird nie so heiß gegessen wie gekocht.