Wenn Träume der Vernunft weichen. Über den großen Schritt in den Profisport.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 06. August 2020 (01:45)

Nach dem Karriereende der Weidenerin Elena Guttmann — sie will sich auf die Matura und das geplante Medizin-Studium konzentrieren — hat das Burgenland mit der Parndorferin Lena Grabowski vorläufig nur noch eine Medaillenhoffnung bei internationalen Events im Becken. Vor wenigen Monaten hängte auch Lenas Schwester Julia die Karriere im Spitzensport an den Nagel.

Ans Tageslicht kommt so ein generelles Generationenproblem: Die jungen Nachwuchstalente entfernen sich während dem Erwachsenwerden allmählich vom Profisport-Traum. Das ist freilich kein burgenländisches Problem und beschränkt sich nicht auf den Schwimmsport. Bis auf wenige (überwiegend männliche) Ballsportler ist der Abschied vom Spitzensport nach dem Schulabschluss eher Regel als Ausnahme. Profisportler klingt doch noch wie Astronaut oder Youtuber, nicht nach einem sicheren Job.

Die Hoffnungen ruhen also auf den jungen Talenten, die noch vom Profisport träumen. Dass diese Träume in Erfüllung gehen können, beweist Lena Grabowski: Mit 17 Jahren hat sie ihr Olympiaticket bereits in der Tasche, am Wochenende kam noch die Qualifikation für die WM 2022 dazu. Wobei wir da schon wieder beim Problem wären: Die Vorbereitung für die WM schneidet sich mit jener für die Matura. Bleibt zu hoffen, dass sie auch danach beim Spitzensport bleibt und dem Nachwuchs beweist: Es geht doch!