Zentral versus regional. Über eine Gesetzesnovelle, die es in sich haben könnte

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 11. Dezember 2020 (04:27)

Die Novelle des Burgenländischen Tourismusgesetzes war noch nicht einmal beschlossen, da sorgte das Gesetz schon für Unruhe. Neusiedls ÖVP-Fraktion befürchtete, das Vermögen des städtischen Tourismusverbandes an das Land Burgenland zu verlieren (siehe Artikel rechts). In diesem Punkt dürfte wohl nicht so heiß gegessen werden wie zuerst gekocht. Den Gemeinden und regionalen Verbänden, die nun aufgelöst werden, wurde mit einer Übergangsfrist bis Ende Juni Zeit gegeben, ihre Besitzverhältnisse zu regeln. Diese Zeit werden die Gemeinden auch brauchen, denn solche Vorgänge können rechtlich sehr kompliziert sein.

Diskussionsstoff beinhaltet das neue Gesetz aber auch abseits der Besitzverhältnisse. Schon alleine die Auflösung der regionalen Tourismusverbände wird unter Touristikern mit gemischten Gefühlen gesehen. Die derzeit 15 Verbände werden in drei zentralen Tourismusverbänden aufgehen. So positiv eine gemeinsame gebündelte Marketingstrategie auch sein mag, Kritiker befürchten, dass regionale Eigenheiten darin untergehen könnten. Für die neuen - nun großteils politisch besetzten - Gremien gilt es, auch Branchenexperten Gehör zu verschaffen, damit der Tourismus nicht zu einem politischen Spielball wird.