Patrouillen statt Decken

über einen Stimmungswandel in der Gesellschaft.

Erstellt am 04. November 2021 | 02:22

2015 ist ein Jahr, das uns noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Die Flüchtlingsbewegung erreichte einen traurigen Höhepunkt und stellte unsere Grenzregion vor unvorhergesehene Herausforderungen. Ohne den Einsatz der Zivilgesellschaft wäre die Situation damals wohl nicht so geordnet verlaufen. Menschen, die besonderen Mut zur Menschlichkeit bewiesen hatten, wurden nun vor den Vorhang geholt.

Die Schauspielerin Katharina Stemberger organisierte in Andau eine Matineé, in deren Rahmen Preise an couragierte Personen verliehen wurden, aber auch auf die prekäre Situation von Flüchtlingen heute hingewiesen wurde. Die in den vergangenen Jahren abgeflauten Fluchtbewegungen werden jedenfalls wieder aktiver. Die breite Solidarität der Zivilgesellschaft, wie es sie 2015 gab, ist weitestgehend verschwunden. Stattdessen rufen rechtsextreme Aktivisten zu nächtlichen Patrouillen an der Grenze auf.