Die Begleitmusik gehört bestraft. Über den Rassismus-Vorwurf bei einem Spiel der 2. Klasse Nord.

Von Thomas Steiger. Erstellt am 17. April 2019 (04:36)

Podersdorf gegen Neusiedl 1b stand für jede Menge Brisanz – ein Aufstiegsduell in der 2. Klasse Nord. Die Qualität des Kicks beim 2:0-Sieg der Podersdorfer war in Ordnung, doch die Begleitmusik neben dem Sportlichen definitiv nicht. Im Mittelpunkt stand Neusiedl-Spieler Francis Enguelle. Der 25-jährige Österreicher (mit Kameruner Wurzeln) will sich selbst offiziell nicht zu dem Vorfall äußern, er soll aber erst am Spielfeld und dann (nachdem er aufgrund eines Fouls die Gelb-Rote Karte kassiert hatte) auch beim Abgang rassistisch beleidigt worden sein. Auf Seiten des SC Neusiedl/See steht unter anderem der Vorwurf von Affenlauten im Raum. Auf Seiten des UFC Podersdorf wiederum waren die Beleidigungen – laut Trainer Peter Brunner oder Obmannstellvertreter Lorenz Lentsch – nicht zu vernehmen, wurden aber von Lentsch „für den Fall, dass es so gewesen ist“, klar verurteilt.

In jedem Fall ist es traurig, dass wir heutzutage – wo die Menschheit moderner, liberaler und weltoffener zu sein scheint – überhaupt noch über Diskriminierungen jeglicher Art sprechen müssen. Egal ob Bundesliga oder 2. Klasse: Zum Fußball unserer Zeit darf nach wie vor die obligatorische „Knacker“ und das Bier gehören. Rassistische Begleitmusik gehört hingegen generell bestraft – mit Sperren oder Platzverboten. Die braucht echt niemand mehr.