Konsens nötig im Abwerbe-Streit. über den Parndorf-Boykott im Nachwuchs.

Von Christopher Schneeweiß. Erstellt am 26. August 2021 (01:49)

„Das ist alles sehr kompliziert“, sagte einst Bundeskanzler Fred Szinovatz. Er hätte mit dieser Formel auch ohne weiteres den aktuellen Streit im hiesigen Nachwuchsfußball beschreiben können. Größter Kritikpunkt der Boykott-Phalanx, die sich gegen den SC/ESV Parndorf aufgebaut hat (siehe dazu Seite 63), ist das Abwerben von Spielern, die sich eben beim SC/ESV dann sammeln. Ein sportlich eklatantes Ungleichgewicht sei die Folge, weshalb aus Protest bereits genau deshalb Matches von Gegnern abgesagt wurden. Doch selbst wenn der SC/ESV von heute auf morgen niemand mehr aufnimmt: Zentrale Ausbildungsstätten wird es immer geben. Ist es nicht Parndorf, dann wird es vielleicht mit Bruck oder Mattersburg oder ein anderer Verein sein. Es ist ein Kampf gegen die Windmühlen. Vor gut zehn Jahren war übrigens Neusiedl eine beliebte Anlaufstelle der Youngsters im Bezirk. Da war das Thema „Abwerben“ auch schon auf dem Tisch. Klar ist aber: Die Zahl der kickenden Kinder ging seit damals zurück. Daher schmerzt jeder Abgang nun doppelt und dreifach.

Was hilft, ist ein vernünftiger Dialog. Der geplante runde Tisch mit allen Beteiligten kann hier ein erster Schritt zu einem gemeinsamen Konsens sein. Den braucht es. Abgesagte Spiele und Kids, die dadurch nicht über den Platz jagen können, sind langfristig auch nicht der Weisheit letzter Schluss.