Wirrwarr um ÖBB-Center in Bruckneudorf. Die SP warnt vor der Schließung des Bruckneudorfer ÖBB-Service-Centers. Die Bahn dementiert derartige Pläne.

Von Otto Havelka. Erstellt am 02. Juli 2020 (06:01)
Das Anlagen-Service-Center (ASC) der ÖBB bleibt samt den rund achtzigArbeitsplätzen erhalten, versichert die ÖBB.
BVZ

Die SPÖ Burgenland brachte am Donnerstag einen Initiativantrag im Landtag gegen die geplante Schließung des Anlagen-Service-Center (ASC) der ÖBB in Bruckneudorf ein. 100 Arbeitsplätze seien in Gefahr. Auch die Qualität der Bahnanlagen sei gefährdet, warnen die SP-Vertreter. Vom Service-Center Bruckneudorf werden immerhin 280 Kilometer Hauptgleise gewartet und pro Jahr rund 1.000 Störungen bearbeitet.

Für SP-Verkehrslandesrat Heinrich Dorner wäre das „der nächste unfreundliche Akt gegenüber unserem Bundesland und ein weiterer Beleg dafür, dass die ÖBB das Burgenland links liegen lassen.“

Bahn dementiert Schließungspläne

Noch am gleichen Tag meldete sich die ÖBB mit einem Dementi zu Wort. Dass der ASC-Standort geschlossen werde, stimme nicht: „Das Einzige, was passiert, ist, dass die Standorte Bruckneudorf und Wien Zentralverschiebebahnhof – beide Standorte sind an der Ostbahn – organisatorisch zusammengelegt werden“, so ÖBB-Sprecher Christopher Seif.

„Beide Standorte haben nur mehr einen und nicht mehr zwei Leiter. Es gibt aber sonst keine Auswirkungen“, betonte Seif: „Die Mitarbeiter, die bis jetzt in Bruckneudorf gearbeitet haben, werden auch künftig in Bruckneudorf arbeiten. Und die, die in Wien Zentralverschiebebahnhof tätig waren, werden auch zukünftig dort tätig sein.“

„Mit uns hat niemand darüber gesprochen“, ärgert sich SP-Verkehrslandesrat Heinrich Dorner. „Nicht nötig“, kontert ÖBB-Sprecher Seif. Es gehe ja nur um eine interne Organisationsfrage.

„Die Mitarbeiter, die bis jetzt in Bruckneudorf gearbeitet haben, werden auch künftig in Bruckneudorf arbeiten.“ÖBB-Sprecher Christopher Seif

Hinter den Kulissen dieses Geplänkels tobt eine Auseinandersetzung zwischen dem „roten“ Burgenland und der türkis-grünen Bundesregierung.

Die SP-Vertreter des Burgenlandes warfen am Donnerstag der grünen Umwelt- und Energieministerin Leonore Gewessler „Doppelmoral“ vor. Erst vor Kurzem wetterte SP-Landeshauptmann Peter Doskozil gegen das geplante 1-2-3-Klimaticket, weil es Pendler aus dem Burgenland benachteilige. „Wir wurden als Land Burgenland nicht zu den Gesprächen eingeladen“, grantelte SP-Verkehrslandesrat Heinrich Dorner.

Christoph Gerhardt, Mediensprecher der Grünen Burgenland im Landtag, hat für die Attacken der SP freilich kein Verständnis: „Für die Grünen ist es völlig unverständlich, dass die SPÖ mit glatten Unwahrheiten und Panikmache an die Öffentlichkeit geht“, reagiert er sauer.

Grüne werfen der SP Versäumnisse vor

„Mit den Attacken gegen Ministerin Gewessler will die SPÖ von eigenen Versäumnissen im Ausbau des öffentlichen Verkehrs ablenken“, holt Grünen- Landessprecherin Regina Petrik zum Gegenschlag aus.