Nova Rock Halle in Nickelsdorf bereit für Ukraine-Flüchtlinge

Erstellt am 10. März 2022 | 04:48
Lesezeit: 3 Min
Die Kapazität der Halle liegt bei 200 Personen, bei Bedarf kann sie auch bis zu 480 Menschen Unterkunft bieten.
Werbung

Dort, wo sich die Stars der Headliner des Nova Rock-Festivals im Regelfall vor und nach ihren Auftritten zurückziehen, wurde in den vergangenen Tagen und Wochen ein Auffanglager für geflüchtete Personen aus der Ukraine errichtet: in der Nova Rock Halle. Ziel ist es, die Geflüchteten, die über den Grenzübergang Nickelsdorf nach Österreich kommen, nach ihrer Ankunft mit dem Nötigsten zu versorgen. Dies beinhaltet ein Feldbett, Heizung, Wasser- und Stromanschlüsse sowie Toiletten. Wenn alles nach Plan läuft, sollen sie sodann nach maximal 48 Stunden weiter in Quartiere gebracht werden können.

Manuel Komosny vom Roten Kreuz gab der BVZ am Montag Auskunft über den aktuellen Stand der Dinge: „Die Vorbereitungen sind inzwischen abgeschlossen. Darüber, wann und wie viele Personen hier eintreffen werden, kann man aktuell noch gar nichts sagen, aber die Infrastruktur ist jedenfalls vorhanden.“

Der Nickelsdorfer Bürgermeister Gerhard Zapfl (SPÖ) hat bereits Erfahrung im Umgang mit Krisensituationen: „Das Jahr 2015 hat uns vieles gelehrt. Die aktuelle Situation ist aber nicht mit jener von damals zu vergleichen. Die Menschen, die derzeit aus der Ukraine flüchten, sind größtenteils Frauen und Kinder. 2015 waren es überwiegend Männer. Darüber hinaus flüchten aktuell viele mit den eigenen Autos oder mit dem Zug. Auch wenn sie vielleicht die Grenze passieren, unsere Gemeinde ist momentan nicht der Ort, wo sie Halt machen. Sie fahren zum Beispiel bis Wien durch und werden dort am Hauptbahnhof in Empfang genommen.“ Das Ziel der Flüchtlinge, die derzeit über die polnische Grenze kommen, sei nicht vorrangig Österreich, sondern zum Beispiel Deutschland. Bürgermeister Zapfl weiß aber, dass sich die Situation schlagartig ändern könnte: „In diesem Land herrscht Krieg - und Krieg ist immer unberechenbar. Man weiß nicht, wie schnell, und in welche Richtung sich das alles entwickeln wird. Eines ist aber sicher: Wir sind jederzeit bereit, Hilfe zu leisten.“

In Nickelsdorf hält jedenfalls Jürgen Karall vom Krisenstab der Burgenländischen Landesregierung die Stellung: „Es könnte in ein paar Tagen oder in ein paar Stunden sein, dass die ersten Geflüchteten hier eintreffen. Wenn es soweit ist, sind wir da.“

Werbung