Kittsee: Steht Schloss vor dem Verkauf?. Zum Start der 41. Saison des Pannonischen Forums steht eine Einbringung des Schlosses in die Landesholding im Raum.

Von Saskia Jahn. Erstellt am 03. April 2019 (05:26)
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BVZ

Vergangene Woche fand die Auftaktveranstaltung der 41. Kultursaison auf Schloss Kittsee statt. Mit Prominenz wie etwa Hans Peter Haselsteiner und Alt-Landeshauptmann Hans Niessl sowie dem japanischen und Schweizer Botschafter im Publikum. Eröffnet hat das erste Pannonnische Forum 2019 Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.

Der neue Landeschef ist es auch, der die kulturelle Performance und das Schloss als Kulturgut auf noch festere Beine stellen möchte. So gibt es Überlegungen, das gemeindeeigene Schloss in das Landeseigentum zu übernehmen. Für Intendant Christian Buchmann eine gute Lösung: „Das würde der Gemeinde Kittsee sehr helfen. Unsere Konzerttätigkeit wird natürlich auch in Zukunft intensiv weitergeführt werden“, informiert er.

Auf Anfrage der BVZ lässt auch der Kittseer Bürgermeister Hannes Hornek (ÖVP) wissen, dass sich die Gemeinde in Verhandlungen mit dem Land Burgenland und dem Landeshauptmann Hans Peter Doskozil befindet.

Aus dessen Büro werden diesbezügliche Gespräche bestätigt: „Seitens des Landes, der Gemeinde Kittsee und dem Festivalbetreiber Buchmann finden aktuell zahlreiche Gespräche über die zukünftige, nachhaltige Absicherung des Kulturgutes Schloss Kittsee und dessen attraktive kulturelle Nutzung statt. Ziel des Landes ist es, sowohl das historische Gebäude als auch dessen Kulturbetrieb für die Bevölkerung langfristig zu erhalten. Dabei ist die Einbringung des Schlosses in die Landesholding Burgenland eine denkbare Variante, die gerade nach allen relevanten Parametern überprüft wird.“

Intendant Buchmann zeigt sich von den ersten Gesprächen erfreut: „Wir sind sehr glücklich, dass Landeshauptmann Hans Peter Doskozil die Kultur im Burgenland intensiv fördert und führen sehr produktive Gespräche.“

2019 bringt das Open-Air Sommerfestival Kittsee die Oper „Carmen“ von George Bizet auf die Bühne. Das Festival ist dafür bekannt, dass die Bühnenwerke immer so aufbereitet werden, dass das Publikum auch ohne „Untertitel“ alles mitverfolgen und verstehen kann.

„Carmen“ auf Schloss Kittsee und in Sotschi

Vor allem bei nicht deutschsprachigen Opern ist diese Aufführungsart einzigartig, dabei bleiben die musikalischen Nummern in der Originalsprache. Die deutschen Erzähltexte und Dialoge werden von Florian Stanek geschrieben. Ensemble und Festivalorchester werden von Joji Hattori geführt.

Das Schloss selbst umrahmt nicht nur die Bühne und wird Teil der Kulisse, es beherbergt auch das Orchester, das live im historischen Haberlandt-Saal spielt.

Diese einzigartige Produktion wurde bereits ins russische Sotschi eingeladen. „Wir verhandeln zurzeit auch mit Italien und Korea und ich hoffe, dass wir Carmen auch dort zeigen können. In Sotschi sind die Aufführungen für den 1. und 2. Mai 2020 geplant. Ich hoffe, dass wir in Zukunft auch regelmäßig Auslandsreisen unter dem Titel ‚Sommerfestival Kittsee‘ organisieren werden können“, berichtet Rudolf Buchmann, Präsident des Künstlersekretariats.

Zusätzlich zur Oper, die an den Juli-Freitagen und Samstagen spielt, finden an den ersten beiden opernfreien Sonntagen, um jeweils 17 Uhr, Konzerte statt: am 7. Juli die Donau-Philharmonie unter der Leitung von Rudolf Streicher, am 14. Juli „Talente stellen sich vor“.