Sylvia Saringer im Interview: Beziehungen und Dates in der Pandemie

Erstellt am 30. Dezember 2021 | 05:59
Lesezeit: 4 Min
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Beratung. TV-Moderatorin Sylvia Saringer gibt Tipps zu Dates und Beziehungen.
Foto: W. Prummer
ATV-Moderatorin Sylvia Saringer aus Breitenbrunn (Bezirk Eisenstadt) gibt in Neusiedl am See als Sozialberaterin Ratschläge rund um Partnerschaften und Dates.
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Die Pandemie verändert nicht nur den Alltag für viele Menschen, sondern kann auch Beziehungen auf die Probe stellen. Die Breitenbrunner ATV-Moderatorin Sylvia Saringer schafft bei diesem Thema Abhilfe. Sie muss es wissen, schließlich eröffnete Sylvia Saringer vor rund anderthalb Jahren „Die Lebensmeisterei“ in Neusiedl am See.

Ganz unter dem Motto „Wege zum eigenen Lebensmeister“ bietet sie dort ein umfangreiches Coaching, Beratung sowie Meditation an. Der BVZ verrät sie Tipps und Tricks für eine gesunde Partnerschaft trotz Pandemie.

BVZ: Was macht eine gute und stabile Beziehungsqualität in der Covid-Krise und vor allem im Lockdown aus? Worauf sollte man achten?
Sylvia Saringer:
(lacht) Das ist wohl wahr. Wichtig ist, dass sich Paare bewusst machen, dass es sich hier um eine Ausnahmesituation handelt und dass es auch sein darf, wenn es vielleicht mal nicht rund läuft. Das kann schon sehr viel Druck aus der Sache nehmen. Es gibt nicht DAS Rezept, aber Humor und Milde gegenüber dem anderen können der Krise die Schärfe nehmen. Grundsätzlich rege ich gerne an, einige WENIGE Spielregeln für diese herausfordernde Zeit zu vereinbaren: Was brauche ich unbedingt, damit es funktioniert und was möchte ich auf keinen Fall in dieser Zeit? Entlang dieser beiden Fragen kann ein guter Plan entstehen.

Beherzigen Sie diese Tipps auch in Bezug auf Ihre eigene Partnerschaft?
Sylvia Saringer:
Auch wir kommen an den Herausforderungen nicht vorbei und es gehört auch bei uns dazu, die Spielregeln ab und zu neu aufzustellen.

Was sind Ihre Tipps gegen Beziehungsstress, weil man sich aufgrund des Lockdowns zu nahe ist?
Sylvia Saringer:
Nähe versus Distanz ist auf jeden Fall ein großes Thema in Zeiten des Lockdowns. Empfehlenswert ist, wenn jeder für sich klärt, wie viel Mindestmaß an Freiraum brauche ich? - um dann gemeinsam einen Plan zu entwickeln. Möglicherweise gehört auch dazu, dass die Wohnung oder das Haus für diese Zeit auch anders „aufgeteilt“ werden muss, so, dass jeder seinen Arbeits- und Rückzugsort hat. Eine spielerische Herangehensweise kann helfen - z. B. wie ein Stundenplan in der Schule mit „ICH und WIR Zeiten“ - aber auch Milde und ein gewisses Maß an Flexibilität sollte man sich zugestehen. Man soll nicht Sklave seines Planes werden.

Wie sieht es eigentlich andersherum aus, wenn man zum Beispiel eine Fernbeziehung führt und sich aufgrund des Lockdowns nicht sehen kann? Denn gerade in der aktuellen Situation möchten manche ihrem Partner vielleicht besonders nahe sein..?
Sylvia Saringer:
Wie bei allem gilt, bewusst machen, dass es im Moment so ist und kein Dauerzustand sein soll. Weiters ist zu klären, wie soll unser Kontakt „ablaufen“, damit sich beide in der Beziehung wohlfühlen. Das heißt, wie oft und über welche Kanäle (Telefon, Mail, Videochat etc.) soll kommuniziert werden. Bestärken Sie sich und nutzen Sie die Zeit, um herauszufinden, wie sie eine Beziehung führen möchten. Schmieden Sie Pläne für ihr Wiedersehen. Behalten sie das Erfreuliche im Fokus.

Aufgrund der Corona-Krise besonders relevant: Online-Dating. Haben sie hierfür hilfreiche Tipps?
Sylvia Saringer:
Machen Sie sich bewusst, wie Sie eine Beziehung leben wollen und vor allem: Bleiben Sie authentisch! Sie wollen ja schließlich um ihretwillen angenommen werden und nicht aufgrund eines Bildes, das Ihnen in Wirklichkeit nicht entspricht.

Verändert der Lockdown das Datingverhalten und das Verhalten innerhalb einer Partnerschaft?
Sylvia Saringer:
Das Dating-Verhalten hat sich schon vor Corona erweitert. Es gibt eben nicht nur eine Art, um jemanden kennenzulernen. Vom klassischen Zusammentreffen bis zu Online-Plattformen, vieles ist möglich, um einen Partner zu finden, und das befürworte ich auch. Zum Verhalten in der Partnerschaft würde ich sagen, bietet Corona die Chance herauszufinden, was einem wirklich wichtig in einer Partnerschaft ist und was es für ein gutes Miteinander braucht.

Wie schafft man es, in einer Partnerschaft während des Lockdowns sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren?
Sylvia Saringer:
Ein guter Partner zu sein heißt auch, sich selbst ein guter Partner zu sein. Achten Sie auf Ihre Bedürfnisse und geben Sie sich auch den Raum dafür. Ich wiederhole mich: Das Geheimnis liegt im „Bewusstmachen“. Bedeutet: spüren Sie nach, was Sie brauchen, um sich gut zu fühlen. Kurzum: Wenn Sie nicht raus können - gehen Sie nach innen!

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