Neusiedler Hallenbad: Denkmalamt war da. Nach erfolgtem Lokalaugenschein wird nun „amtsintern“ geprüft, ob Bedeutung für Unterschutzstellung ausreicht.

Von Pia Reiter. Erstellt am 21. Dezember 2017 (05:00)
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Bedeutsam. Das Bundesdenkmalamt will feststellen, inwieweit das Neusiedler Hallenbad, in den Siebzigerjahren im Stil des „Brutalismus“ erbaut, schützenswert ist.
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Ende November war es soweit: Nach einer Anfrage der Neos (rund um Thomas Aufmesser) verschaffte sich das Bundesdenkmalamt einen ersten Eindruck vom Neusiedler Hallenbad, um beurteilen zu können, ob der Bau aus den siebziger Jahren unter Denkmalschutz gestellt werden sollte.

„Der bauliche Zustand ist augenscheinlich - dem Alter entsprechend - ausgezeichnet, obwohl natürlich dort und da etwas zu tun ist.“Peter Adam vom Bundesdenkmalamt

„Der erste Eindruck war ein sehr gepflegter: Offensichtlich wurde das Bad immer sehr „in Schuss“ gehalten, aber nicht zu stark erneuert. Lediglich einige Bereiche mussten etwas zeitgemäßer angepasst werden. Als einziger größerer baulicher Eingriff ist die große Rutsche hinzugekommen, allerdings als eigenständiges Element, erklärt Peter Adam vom Bundesdenkmalamt, Abteilungsleiter für Burgenland.

Weiters kommt der Experte zum Schluss: „Der bauliche Zustand ist augenscheinlich - dem Alter entsprechend - ausgezeichnet, obwohl natürlich dort und da etwas zu tun ist.“

"Entscheidung am Beginn nächsten Jahres"

Nach Ansicht der Begutachter des Bundesdenkmalamtes (BDA) vertreten durch Landeskoordinator Peter Adam, Paul Mahringer und Sabine Weigl-Stumpf weist das Hallenbad große Zeugniskraft für die Baukultur dieser Zeit auf und präsentiert sich als architektonisch sehr interessanter und gut erhaltener Bau: „Das Hallenbad hat jedenfalls auf den ersten Blick durchaus beeindruckend.“

Das Neusiedler Hallenbad gilt in Fachkreisen als Beispiel des Brutalismus, einem Baustil der modernen Architektur. Der Ursprung der Bezeichnung liegt unter anderem im französischen Begriff béton brut („roher Beton“).

Derzeit wird laut Adam nun amtsintern geprüft, ob die Bedeutung für eine Unterschutzstellung ausreicht. „Mit einer diesbezüglichen Entscheidung ist am Beginn des nächsten Jahres zu rechnen“, meint er.