Unfall-Aufarbeitung: Bundesheer-Boot war zu schnell. Unfall hätte mit reduzierter Geschwindigkeit verhindert werden können.

Erstellt am 04. Dezember 2018 (09:28)
Die Ergebnisse der Untersuchungskommission des Bundesheeres wurden kürzlich der Öffentlichkeit präsentiert.
Verteidigungsministerium

Die Untersuchungskommission des Bundesheeres präsentierte den Bericht zum Bootsunfall auf der Donau vom 1. September (die NÖN berichtete). Mögliche strafrechtlich relevante Tatbestände wurden nicht untersucht – dies ist Aufgabe der Staatsanwaltschaft.

Die Ergebnisse aus dem Bericht: Das Boot war technisch in Ordnung, es gab keinen Hinweis auf ein technisches Gebrechen. Auch die Fahrweise war bis zum Unfall unauffällig. Das Kentern des Bootes hätte laut Gutachter jedoch verhindert werden können, wenn die Geschwindigkeit reduziert worden wäre. Möglicherweise hat der Bootsführer die Lage anders eingeschätzt. Ob er schuldhaft gehandelt hat, wird die Justiz klären.

Unmittelbar nach dem Unfall waren alle Soldaten mit Rettungsmaßnahmen beschäftigt. Durch das rasche Einschreiten der zufällig vor Ort übenden Feuerwehr ergab sich der Eindruck, dass die Rettungskette aktiviert worden war. Es war den verantwortlichen Kommandanten nach dem Kentern klar, dass Frauen fehlen. Soldaten haben alles versucht, die Teilnehmerinnen zu retten. Es wurde auf der Donau, unter dem Boot und am Ufer nach den Vermissten gesucht. Diese wurde eingestellt, als die beiden Frauen unter dem Boot gefunden wurden. Der Vorwurf, die Suche sei vorzeitig eingestellt worden, hat sich nicht bewahrheitet.

Zum Zeitpunkt, an dem das Boot am Ufer lag, wäre es aufgrund der Strömung und des Wellenganges lebensgefährlich gewesen, darunter zu tauchen. Erst als es durch Seilwinden angehoben wurde, konnte der Raum darunter weiträumiger abgetastet werden.

Generalsekretär Wolfgang Baumann: „Unsere Gedanken sind bei den beiden Frauen und ihren Familien. Wir sind seit dem Unfall in ständigem Kontakt mit den Angehörigen. Wir werden alles unternehmen, um allen Betroffenen weiterhin bestmöglich zu helfen und die Sicherheitsbestimmungen bei Veranstaltungen anpassen: Es muss in Zukunft ein Unterschied sein, ob sich auf diesen Booten Soldaten oder Zivilisten befinden.“