Widmungs-Stopp am Parndorfer Betriebsgebiet. Parndorfer Gemeinderat steigt auf die Bremse: Ein Ansuchen um Umwidmung für neue Betriebsflächen wurde abgelehnt.

Von Paul Haider. Erstellt am 03. Juli 2019 (07:07)
BVZ-Grafik
Begehrt. Zwei Unternehmen wünschen sich, dass das gelb eingezeichnete Grundstück zum Betriebsgebiet umgewidmet wird. 

Während andere Gemeinden über neue Betriebsansiedelungen jubeln würden, wird es Parndorf langsam zu viel. Weil freie Flächen am bestehenden Betriebsgebiet rar werden - derzeit sind fünf Großprojekte in Planung oder schon im Bau - haben zwei Firmen bei der Gemeinde Parndorf um eine Widmung neuer Grundstücke angesucht.

Diese Flächen sind Teil eines 250.000 Quadratmeter großen, keilförmigen Grundstückes direkt an der A4 östlich vom „XXX-Lutz“ (siehe Grafik), das derzeit als Agrarfläche gewidmet ist.

„Ich will nicht dafür verantwortlich sein, dass wir ein Gebiet nach dem anderen widmen und dann im Verkehr ersticken.“Wolfgang Kovacs

In der Gemeinderatssitzung am Dienstag der Vorwoche wurde diesem Ansuchen eine Abfuhr erteilt.

Bürgermeister Wolfgang Kovacs (LIPA) hat der BVZ von den Details des Ansuchens berichtet: „Es wurde um eine Widmung von circa 40.000 Quadratmetern angesucht. Das Widmungsansuchen besteht aus zwei Projekten. Die Hälfte davon wäre ein riesiger SPAR-Markt, die andere Hälfte wäre ein großer Bürokomplex.“

Projekt zurückgestellt, Arbeitsgruppe gebildet

Nach einer hitzigen Debatte, mehreren Anträgen und Gegenanträgen, wurde ein Antrag schließlich mehrheitlich angenommen: „Dieser lautet, dass das Projekt zurückgestellt wird, und eine Arbeitsgruppe gebildet wird, in der jeder Gemeinderat mitarbeiten kann. Wir wollen auch ein Stimmungsbild von Verkehrsexperten einholen, was die Verkehrsentwicklung in den kommenden Jahren betrifft“, erklärt der Ortschef.

BVZ Grafik
Begehrt. Zwei Unternehmen wünschen sich, dass das gelb eingezeichnete Grundstück zum Betriebsgebiet umgewidmet wird. 

Auch solle geprüft werden, ob es rechtliche Möglichkeiten gibt, das jeweilige Unternehmen, das um Umwidmung angesucht hat, dazu zu verpflichten, das angekündigte Projekt innerhalb eines bestimmten Zeitraumes umzusetzen. Damit solle Grundstücks-Spekulationen ein Riegel vorgeschoben werden, erklärt Kovacs.

Nimmt man die aktuelle Stimmungslage im Gemeinderat als Maßstab, dann dürfte es unwahrscheinlich sein, dass auf Parndorfer Hotter noch weitere Betriebsflächen gewidmet werden, was auch der Bürgermeister bestätigt: „Wenn wir über Ja oder Nein zum Projekt abgestimmt hätten, dann wären zwei Drittel der Gemeinderäte dagegen gewesen. Wir wissen nicht, wie Parndorf in fünf Jahren aussehen wird und wie sich die Verkehrsströme entwickeln werden. Ich will nicht dafür verantwortlich sein, dass wir ein Gebiet nach dem anderen widmen und dann im Verkehr ersticken.“