Bezirks-SPÖ fordert zweite Akutordination für Seewinkel

Erstellt am 04. April 2018 | 06:07
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Die Bezirks-SPÖ fordert neben Kittsee einen weiteren Standort im Seewinkel. Auch ÖVP unzufrieden.
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Seit gestern, Dienstag, ist die Akutordination im Krankenhaus Kittsee geöffnet. Kaum richtig in Betrieb gegangen, wird schon der Ruf nach einer zweiten Einrichtung im Bezirk laut. Die Anfahrtswege aus den Gemeinden im Bezirkssüden nach Kittsee seien zu lange, heißt es in einer Aussendung der Bezirks-SPÖ.

„45 Minuten für akute Hilfe“

„Während die Akutordination in Kittsee den Norden des Bezirkes versorgen soll, ist es für die südlichen Gemeinden des Bezirkes unabdingbar, dass auch eine entsprechende Einrichtung im Süden des Bezirkes (Seewinkel) errichtet wird“, betont SPÖ-Bezirksgeschäftsführer Fritz-Radl-späck. Die Anfahrtswege aus den südlichen Gemeinden Illmitz, Wallern, Tadten, Apetlon, Andau und Pamhagen nach Kittsee würden sich zwischen 45 Minuten und einer Stunde bewegen. Benötige man „akute Hilfe“, dann sei dies den Einwohnern des Seewinkels nicht zumutbar.

„Aus manchen Gemeinden sind die privaten Anfahrtswege nach Wien oder Eisenstadt in das nächste Krankenhaus mit jenen nach Kittsee gleichzusetzen“, so Fritz Radlspäck. 60 Kilometer sind es etwa von Wallern im Burgenland in die Krankenhäuser und Akutordinationen in Eisenstadt und Kittsee. „Das ist schon sehr weit. Bei normalen Verkehr braucht man 50 Minuten“, erklärt Wallerns Bürgermeister Helmut Huber (SPÖ).

Eine weitere Einrichtung im Bezirkssüden - etwa in der Unfallambulanz in Frauenkirchen - würde er als sinnvoll erachten. Huber hat „seine“ Ortsbevölkerung vergangene Woche in einem Brief über die Eröffnung der Akutordination und dem damit verbundenen Ende der Bereitschaftsdienst der praktischen Ärzte informiert. Ein Murren in der Bevölkerung sei daraufhin hörbar geworden: „Es haben sich einige Leute bei mir gemeldet und ihren Unmut geäußert“, berichtet Huber.

ÖVP lädt zur Bürgerversammlung

Und das tut die Bevölkerung nicht nur persönlich bei ihren Bürgermeistern. In den sozialen Netzwerken wird die neue Situation des ärztlichen Bereitschaftsdienstes (siehe Infobox unten) heiß diskutiert. „Und zwar über alle parteipolitischen Grenzen hinaus“, weiß Markus Ulram.

Der Landtagsabgeordnete und Bürgermeister von Halbturn weist gemeinsam mit dem 2. Landtagspräsidenten Rudi Strommer (beide ÖVP) schon seit Wochen, darauf hin, dass mit der Einrichtung der Akutordination in Kittsee die medizinische Versorgung im Bezirk nicht verbessert, sondern verschlechtert werde.

Die beiden plädierten außerdem für einen zentraleren Standort der Akutordination in Frauenkirchen. In einer Bürgerversammlung am 4. April um 19 Uhr im Sankt Andräer „Gasthaus zum Lunzerwirt“ wollen Ulram und Strommer über die neue Situation informieren und diskutieren.

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