Gärten ohne Chemie . Natürliche Gärten bieten den heimischen Tierarten trotz mehr werdender Verbauung Zuflucht und Nahrung.

Von Johanna Janisch. Erstellt am 28. September 2019 (03:21)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
440_0008_7697991_nsd39jj_janisch.jpg
Der Garten von Gabriele Janisch in Mönchhof ist ein wilder Dschungel aus heimischen Pflanzen.
BVZ

Der Verein „Natur im Garten“ hat es sich zum Ziel gesetzt , die Ökologisierung heimischer Gärten auch über die Landesgrenzen hinaus voranzutreiben. 1999 wurde die Aktion in Niederösterreich ins Leben gerufen und wählte den Igel zu ihrem Wappentier. Im Burgenland ist der Verein erst seit 2017 aktiv und wird vom Volksbildungswerk organisiert. Bisher wurden insgesamt 90 burgenländische Gärten mit der Plakette ausgezeichnet. Der Verein möchte demnächst die 100er Marke knacken.

Aktiv für die heimische Fauna

„Ich wollte unbedingt die ‚Natur im Garten‘-Plakette erhalten und habe mich dann diesbezüglich informiert und diese dann auch letztes Jahr verliehen bekommen. Im April habe ich die Ausbildung gemacht, um selbst die Plakette verleihen zu dürfen“, erzählt Judith Weiss. Sie habe heuer bereits 14 Plaketten verliehen. Jeder Garten sei auf seine Art einzigartig gewesen.

„Viele sind der Meinung, ein gepflegter Garten und ein natürlicher Garten stünden im Gegensatz, dabei kann schon eine kleine wilde Ecke im Garten einen wichtigen Beitrag für den Artenschutz leisten“, betont die Mönchhoferin Judith Weiss. Grundkriterien für die Auszeichnung ist der Verzicht auf chemisch-synthetischen Dünger und Pestizide sowie Blumenerde ohne Torf. Insgesamt 18 Kriterien werden bewertet und zu einer finalen Punktezahl zusammengezählt. Die Plakette wird nicht nur an Hobbygärtner verliehen, auch Betriebe können diese erhalten.

Der Neusiedler Wolf Stockinger erzielte mit seinem Garten die Höchstpunktzahl. Er habe von einer anderen Plakettenträgerin von der Auszeichnung erfahren und sich beworben.

„Als ich den Garten übernommen habe, stand dort ein Apfelbaumspalier, Rosen und ein gepflegter Rasen. Heute darf in diesem Garten das Unkraut wuchern, wie es will und es gibt Plätze für Reptilien, Vögel und Insekten. Ich habe auch sehr viele Obstbäume. Viele reagieren regelrecht erschrocken, wenn ich sage, dass ich einen Teil meiner Ernte der Natur überlasse“, so Wolf Stockinger.

Auch Gabriele Janisch ist stolz auf ihren naturbelassenen Garten. Sie sorgt mit vielen heimischen Pflanzen dafür, dass Insekten in ihrem Garten Nahrung und in Insektenhäusern Schutz finden. Sie ist sich sicher, wenn es nicht bald zu einem Umdenken kommt, werden viele heimische Arten verschwinden. „Immer mehr Flächen werden verbaut und immer weniger Grünflächen sind vorhanden. Insekten wie Schmetterlinge und Bienen finden keine Nahrung und keinen Schutz mehr. Das muss sich ändern“, so Gabriele Janisch.