Tourismus: Andau sticht heraus. Nur drei Gemeinden haben Nächtigungsplus, die meisten Gäste begrüßte Podersdorf.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 05. Februar 2021 (04:16)
Der Andauer Badesee ist der Anziehungspunkt Nummer eins in der kleinen Tourismusgemeinde. Auch die Gäste des Campingplatzes erholen sich gerne am unmittelbar benachbarten kleinen See.
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Die Corona-Epidemie setzte dem österreichischen Tourismus bekanntlich im vergangenen Jahr gehörig zu. Das Burgenland und hier speziell die Region Neusiedler See konnte sich im bundesweiten Vergleich allerdings noch ganz gut positionieren.

Statistik Burgenland; Illustration: Julia Tim/shutterstock; NÖN-Grafik: Hammerl

Der insgesamt deutliche Rückgang bei den Nächtigungen war laut Statistik Austria in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich ausgeprägt. Während traditionell von inländischen Gästen besuchte Bundesländer wie Kärnten (-17,1 %), die Steiermark (-24,5 %) und das Burgenland (-27,2 %) vergleichsweise geringe Nächtigungsverluste verbuchten, betrug der Einbruch bei den Nächtigungen in der Bundeshauptstadt Wien 74 Prozent.

Die Region um den Neusiedler See punktet seit jeher stark bei inländischen Gästen: In einem Jahr, das von Reisebeschränkungen geprägt war, ein Vorteil. Ein erfolgreicher Sommer half über eine – vor allem im Frühjahr und Herbst – sehr durchwachsene Tourismussaison hinweg. Bei den Ankünften mussten die Tourismusbetriebe trotzdem 2020 ein Minus von 30 Prozent im Vergleich zu 2019 hinnehmen, die Nächtigungszahl sank um 21,1 Prozent. Diese Zahlen dokumentieren auch den Trend, dass viele Gäste länger in der Region verweilten als das üblicherweise verlängerte Wochenende.

Das konnte im Vorjahr auch Andreas Peck beobachten. Er ist Bürgermeister von einer der drei Berichtsgemeinden des Bezirks, die 2020 sogar einen Zuwachs (+11,8 %) bei den Übernachtungen zählten. Die kleine Tourismusgemeinde im Bezirkssüden verzeichnete um rund 1300 Nächtigungen mehr als 2019. Andau hat einen großen Vorteil: Die Gemeinde hat einen Campingplatz und Campen liegt momentan enorm im Trend. Im Vergleich der Unterkunftskategorien verzeichneten im Burgenland Campingplätze das geringste Minus an Nächtigungen (-6,6 %).

Gemeinden zählen auf Stammgäste

„Der Campingplatz in der Gemeinde war überlaufen. In den Sommermonaten war kein Stellplatz mehr frei“, zeigt sich Peck zufrieden. Die Gemeinde investiere regelmäßig in die Infrastruktur am Campingplatz. Heuer werde das Sanitärgebäude saniert und der Badesee bekomme ein neues Sprungbrett. Der Badesee sei überhaupt der Anziehungspunkt der Gemeinde. „Die Wasserqualität des zehn bis zwölf Meter tiefen Sees ist tipptopp“, so der Ortschef, der weiß: „Wer einmal nach Andau kommt, der kommt immer wieder.“ 70 bis 80 Prozent der Touristen in Andau seien Stammgäste, schätzt er. Auch für 2021 gebe es schon viele Zusagen.

Einen ähnlich großen Zuwachs wie Andau verzeichnete übrigens Halbturn bei den Nächtigungen (+10,7 %), über ein Mini-Plus (+ 0,8 %) darf man sich auch in Winden freuen.

Die - in absoluten Zahlen - meisten Gäste im Burgenland durfte noch vor den Thermengemeinden Bad Tatzmannsdorf und Stegersbach die Seegemeinde Podersdorf begrüßen. Rund 380.000 Nächtigungen gehen auf das Konto der größten Tourismusgemeinde der Region. 11,6 Prozent weniger als 2019.