„Life“-Projekt: Zurndorf als Vorbild für die EU. In Zurndorf wird bereits das dritte „Life“-Projekt der Europäischen Union erfolgreich umgesetzt. Nun wird Bilanz gezogen.

Von Bettina Deutsch. Erstellt am 01. April 2018 (03:00)
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Fachgespräche. Bürgermeister Werner Friedl, Jägermeister Roman Leitner, Felix Bergmann, Werner Falb-Meixner und Rainer Raab vor Ort.
BVZ

Der Schutz der Großtrappe ist im Burgenland ein äußerst erfolgreiches Naturschutzprojekt. Der Einsatz für den schwersten flugfähigen Vogel Europas als „Best Practice“-Beispiel sorgt in Europa für Aufsehen.

„Durch verschiedenste Aktivitäten ist es Trappenschützern gelungen, die vom Aussterben bedrohte Population der Großtrappe im Grenzgebiet Österreich-Ungarn-Slowakei von unter 100 Tieren (Tiefstand 1995) auf über 400 Exemplare zu steigern, während die Bestände im restlichen Europa weiter zurückgehen“, erzählt Werner Falb-Meixner, Obmann der Interessensgemeinschaft Großtrappenschutz.

Bei einem Besuch von Mitarbeitern der Europäischen Kommission (EASME) sowie des ausgelagerten Monitoringteams (NEEMO) wurde nun versucht die Gründe für diesen Erfolg zu eruieren. „Wir wollen aus den durchgeführten Bemühungen lernen“, sind sich Felix Bergmann und Mattia Pellegrini einig.

Projekt läuft bis 2023

Für Rainer Raab, dem Koordinator der Schutzbemühungen in Mitteleuropa, steht fest: „Die Kombination aus verschiedenen Maßnahmen bringt den Erfolg. Durch das zur Verfügung Stellen von eigens angelegten Schutzflächen zur Aufzucht von Jungtrappen, die Erdverkabelung und Beseitigung der Mittelspannungsleitungen, die Markierung von Stromleitungen, aber auch die Prädatorenkontrolle durch die Jägerschaft hat sich der Bestand im Nordburgenland wieder erholt.“

Mit dem österreichischen Programm für eine umweltorientierte Landwirtschaft ist es gelungen, im mittlerweile dritten „Life Projekt“ der Europäischen Union, welches bis 2023 läuft, zusätzliche Mittel für weitere Schutzaktivitäten zu lukrieren. In Zurndorf ist man stolz auf die Erfolge, selbst die anfänglichen Bedenken hinsichtlich der Windkraftanlagen konnten mittlerweile beseitigt werden.