Neudorf bei Parndorf

Erstellt am 03. Oktober 2017, 08:49

von Paul Haider

Stefan Mikula verabschiedet sich nach 27 Jahren. Amtsübergabe: Stefan Mikula hält für die BVZ Rückschau über seine Zeit als Bürgermeister. Nach der Wahl wird er sein Amt zurücklegen.

Einer der längstdienenden Bürgermeister des Burgenlandes geht in Pension. Seit 1990 lenkt Stefan Mikula als Ortschef von Neudorf die Geschicke der Gemeinde. Nach der kommenden Gemeinderatswahl wird er das Amt an seinen Nachfolger übergeben. Für die BVZ hält Stefan Mikula noch einmal Rückschau über seine fast drei Jahrzehnte als oberster Neudorfer.

Als er 1990 zum Bürgermeister gewählt wird, ist er ein politischer Quereinsteiger: „Dass das Volk von Neudorf sich entschieden hat, mich zum Bürgermeister zu wählen, hat mich persönlich überrascht. Ich bin erst 1987 in die Politik gegangen und Neudorf war davor SPÖ-dominiert“, erinnert sich der ÖVP-Ortschef.

1990: Neudorf bekommt Eigenständigkeit zurück
Die erste Amtszeit von Bürgermeister Mikula war geprägt von der zurückgewonnen Eigenständigkeit Neudorfs. Von 1971 bis 1989 war das Dorf Teil einer Großgemeinde mit Gattendorf und Potzneusiedl. Stefan Mikula berichtet rückblickend: „Jeder Neudorfer war froh, dass wir wieder von Gattendorf und Potzneusiedl getrennt waren, weil wir durch die Zusammenlegung viele Nachteile hatten. Mit der Eigenständigkeit konnten wir uns wieder selbst verwalten. Das war am Anfang schwer, weil wir fast kein Geld hatten.“

Trotz der schwierigen Umstände wurde in Mikulas erster Amtszeit mithilfe von Darlehen die Generalsanierung der Volksschule und des Kindergartens umgesetzt, für umgerechnet 327.000 Euro. Ebenfalls in Stefan Mikulas Zeit als Bürgermeister fällt eine geplante Reststoffdeponie in Neudorf. Aufgrund von Missverständnissen kommt es zu Anfeindungen gegen den Ortschef: „Das war eine sehr große Belastung, und das ist mir sehr auf die Nerven gegangen. Zum Glück hat sich herausgestellt, dass es keine Zusage von mir gegeben hat. Dass die Deponie erfolgreich abgewehrt wurde, war sicherlich eine große Leistung von der Bürgerinitiative. Dazu wäre die Gemeinde alleine nicht fähig gewesen.“

Auf die Frage, ob ihm der Abschied vom Bürgermeisteramt schwerfällt, sagt Stefan Mikula: „Es wird sicher eine Umstellung. Wenn man 27 Jahre lang im Gemeindeamt ein und aus geht, ist es praktisch schon die zweite Heimat. Aber es muss auch einmal Schluss sein.“