Fünf Kilometer langer Verladebahnhof für Parndorf?. Der Gemeinde Parndorf wurden brisante Informationen zum geplanten Transsib-Verladebahnhof mitgeteilt: Dieser könnte 300 Meter breit und fünf Kilometer lang werden.

Von Paul Haider. Erstellt am 21. März 2018 (04:40)
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Containerberge. 1,7 Millionen Container könnten jährlich am Verladebahnhof Parndorf ankommen –vorwiegend beladen mit Waren aus China.
Symbolbild/Bilderbox

Das Thema Transsibirische Eisenbahn und Verladebahnhof Parndorf sorgt weiterhin für Diskussionsstoff. Am Freitag hat es ein Gespräch zwischen Vertretern der ÖBB, der Landesregierung und Parndorfer Gemeinderäten gegeben.

Dabei informierte Heinz Gschnitzer, der Projektverantwortliche bei den ÖBB, über eine Machbarkeitsstudie.

„Parndorf wird kämpfen“: Ortschef Kovacs kündigt Widerstand an.
Haider

Bürgermeister Wolfgang Kovacs (LIPA) verriet der BVZ, welche neuen Details dabei ans Licht gekommen sind: „In der Machbarkeitsstudie ist von Gesamtkosten von 6,5 Milliarden Euro und einer Fertigstellung im Jahr 2033 die Rede. Man geht von 1,7 Millionen Containern jährlich aus und 60 Zügen, die jeden Tag am Bahnhof ankommen werden. Zwei Drittel der Container sollen auf andere Züge verladen werden, und ein Drittel auf Lkw. Meine Frage, wie viele Lkw das sein werden, konnte nicht beantwortet werden.“

Die wohl brisanteste Neuigkeit betrifft die Größe des geplanten Verladebahnhofes: Es sei von einem Mindestflächenbedarf von 150 Hektar die Rede, so Kovacs. Der Bahnhof würde 300 Meter breit und fünf Kilometer lang werden. Zum Vergleich: Entlang der Bundesstraße erstreckt sich das Ortsgebiet von Parndorf nur über etwas mehr als zwei Kilometer.

Bahnhof auch auf Bruckneudorfer Hotter?

Als Standort sei lediglich „nördlich von Parndorf“ genannt worden. Somit könnte der Bahnhof zum Teil auch auf Bruckneudorfer oder Neudorfer Hotter liegen. All diese Informationen findet der Ortschef alarmierend: „In dieser Dimension wäre der ganze Bezirk betroffen, der Bahnhof würde die Lebensqualität massiv einschränken. Meine Frage, welche Alternativstandorte es gibt, konnte nicht beantwortet werden. In der Machbarkeitsstudie ist nur vom Bereich Parndorf die Rede.“

Abschließend gibt Wolfgang Kovacs zu verstehen, dass sich Parndorf weiterhin gegen das Projekt wehren wird: „So wie ich dieses kämpferische Dorf kenne, wird es sehr bald wieder eine Bürgerinitiative geben. Und zwar in altbewährter Form, mit Unterstützung der Gemeinde.“

Vonseiten der ÖBB versucht man zu beruhigen. Pressesprecher Christopher Seif sagte am Montag zur BVZ: „Parndorf ist ein Standort, der aufgrund der wirtschaftlichen Sinnhaftigkeit infrage kommt, aber hier ist noch lange nichts in Stein gemeißelt. Dieses Projekt steht erst ganz am Anfang und welche Ausmaße es annimmt, wird sich erst in der Detailplanung ergeben. Wir werden auf jeden Fall nie über die Bevölkerung drüberfahren. Wir sind daran interessiert, transparent zu kommunizieren. Am Schluss soll ein Projekt stehen, das alle mittragen können.“