Escher bringt in Neusiedl Bio aus dem Automat. Werner Escher vertreibt österreichische Lifestyle-Getränke und eröffnete einen Shop am Hauptplatz.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 23. August 2019 (05:37)
Birgit Böhm-Ritter
Werner Escher setzt auf zuckerarme Getränke aus österreichischen Start Up Unternehmen.

Das kleine Geschäft am Hauptplatz, direkt neben dem „Neusiedler“, hat schon viele Mieter kommen und gehen gesehen. Von Unterwäsche, bunten Accessoires und exklusiven Zuckerln über Modeschmuck bis hin zu Fertigteilhäusern konnte man dort schon alles kaufen. So richtig in Schwung kommen wollten die diversen Shops am Standort zuletzt aber nicht. Nach einigen Wochen Leerstand ist nun Werner Escher mit seinen Lifestyle-Drinks hier eingezogen.

Vom Apfel-Ingwer-Saft bis zum Birkenwasser

Eröffnet wurde das kleine Geschäft am Tag des Stadtfests - also mitten im geschäftigen Treiben und Trubel tausender Besucher. „Das Datum war natürlich bewusst gewählt, um eine große Laufkundschaft zu erreichen und bekannt zu werden“, erzählt Escher im BVZ-Interview. Und tatsächlich hat er bis heute schon einige Stammgäste gewonnen. Dabei weiß Escher, dass es nicht die Laufkundschaft sein wird, die ihm hier in seinem neuen Shop zum Erfolg verhelfen wird.

Der Standort soll nicht nur als Verkaufsraum, sondern vielmehr als Verkostungsraum und Büro fungieren. Escher vertreibt trendige Getränke kleiner österreichischer Start Ups, größtenteils Bio-Getränke und – für Escher besonders wichtig – mit wenig Zucker. Da steht etwa ein Apfel-Ingwer-Saft im Regal, Macha Tee, Kokoswasser oder Birkenwasser, aber auch ein Tiroler Kola.

„Die Getränkeszene in Österreich ist groß, es gibt sehr viele Produkte. Als kleines Start Up Unternehmen ist es aber schwierig, in den Großhandel zu kommen“, spricht Escher aus Erfahrung. 2017 kreierte er seinen Onyx Energydrink. Mit mäßigem Verkaufserfolg.

Anfang dieses Jahres stellte er sein Geschäftsmodell nun um. Er setzt auf Getränkeautomaten. Allerdings „spucken“ seine Automaten keine der bekannten Softdrinks aus, sondern österreichische Bio- und Lifestyle-Produkte. Und das funktioniert.

Mit neuen Automaten auf Flaschen verzichten

38 Automaten stehen bereits bis auf die westlichsten Zipfel des Landes im gesamten Bundesgebiet verteilt. In Neusiedl am See findet man einen seiner Getränkeautomaten etwa in der Musikschule. Selbst in drei Wiener Kasernen sind die österreichischen Produkte nun per Getränkeautomat erhältlich. „Ich war selbst verwundert, dass die Getränke dort so gut angenommen werden. Obwohl ein Cola-Automat daneben steht, war unser Automat nach den ersten drei Tagen leer getrunken“, erzählt Escher. Gerade dieses Beispiel beweist Escher, dass „die Leute weg wollen, von den herkömmlichen Waren und Neues ausprobieren möchten.“

Zu seiner Zielgruppe zählt Escher naturgemäß auch Schulen. „Wenn gesunde Ernährung in Schulen propagiert wird, dann gehören da auch Getränke mit wenig Zucker dazu“, betont Escher. Probleme bereiten ihm allerdings in Schulen die Glasflaschen, in denen der Großteil seiner Produkte abgefüllt wird.

„Bio-Produzenten wollen naturgemäß nicht in Plastikflaschen abfüllen, Schulen lassen aus Sicherheitsgründen aber keine Glasflaschen zu“, erklärt Escher. Deshalb sei er gerade dabei, mit neuen Automaten zu experimentieren. Diese würden wie Abfüllanlagen funktionieren. Getränkesirup und Wasser werden dabei im Automat gemischt. „Die Schüler können das fertige Getränk dann sofort in ihre eigenen Trinkflaschen abfüllen. Damit erspart man sich Glas- oder Plastikflaschen“, weiß Escher. Positiver Nebeneffekt: Dadurch, dass Verpackungsmaterial wegfällt, können die Getränke viel günstiger verkauft werden. 0,25 Liter kosten nur 50 Cent.