Burkaverbot im Outlet Parndorf

Für das Outlet Center gibt es keine Ausnahme vom Gesichtsverhüllungsverbot: Bei Verstoß drohen 150 Euro Strafe.

Paul Haider
Paul Haider Erstellt am 27. September 2017 | 10:07
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Shopping in der Burka. Wer künftig in Vollverschleierung durch das Outlet Center bummelt, riskiert eine Strafe.
Foto: Symbolbild/Shutterstock

Das McArthurGlen Designer Outlet Center macht mittlerweile rund 20 Prozent seines Umsatzes mit Kunden aus dem Nicht-EU-Raum. Ein nicht unerheblicher Anteil dieser Shoppingtouristen kommt aus arabischen Ländern.

Den Bedürfnissen dieser Kundenschicht ist das Parndorfer Outlet Center bisher gerne entgegengekommen - etwa mit einem Gebetsraum für Muslime, der auf der Rückseite des Einkaufszentrums eingerichtet wurde.

Regelung betrifft alle öffentlichen Orte

Auch an der Kleidung muslimischer Frauen hat man sich im Center bislang nicht gestört: Kopftücher, Nikab und Burka waren bis dato kein Problem. Wenn am kommenden Montag die Geschäfte in Parndorf aufsperren, gelten jedoch neue Regeln: am 1. Oktober tritt in Österreich das Gesichtsverhüllungsverbot in Kraft.

Seitens des Designer Outlet- Centermanagements zeigt man sich ob des neuen Gesetzes noch gelassen und beruft sich auf die Zuständigkeit der örtlichen Exekutive: „Die Regelung betrifft alle öffentlichen Räume und Orte. Wie die Umsetzung erfolgt, wird sich konkret erst zeigen, obliegt aber alleinig den öffentlichen Organen“, heißt es auf BVZ-Anfrage. Eine eigene Infokampagne für muslimische Kunden ist derzeit seitens des Outlet Centers nicht geplant.

„Outlet ist auch Teil des Staatsgebietes“

Karl-Heinz Grundböck, Sprecher des Innenministeriums, lässt im Gespräch mit der BVZ wissen, dass es für das Parndorfer Outlet Center und seine muslimischen Kundinnen jedenfalls keine Ausnahme vom Verbot geben wird: „Das Outlet Center ist auch Teil des österreichischen Staatsgebietes, daher kommt das Gesetz so wie überall sonst in Österreich auch zur Anwendung. Es gilt der Anspruch des Gesetzgebers, dass das Gesicht unverhüllt sein muss.“

Der Strafrahmen bei einem Verstoß gegen das Anti-Gesichtsverhüllungsgesetz reicht von einem Organmandat bis hin zu einer Anzeige.

Im Regelfall sei laut dem Ministeriumssprecher mit einer Geldstrafe von bis zu 150 Euro zu rechnen.

Für Polizisten besteht aber auch die Möglichkeit, es bei einer Ermahnung zu belassen, wie Karl-Heinz Grundböck weiters erklärt: „Ob es Strafen gibt, ist im Einzelfall zu entscheiden, so wie bei anderen Verwaltungsübertretungen auch. Wenn die Folgen unbedeutend sind, kann von einer Strafe abgesehen werden.“