Podersdorf kauft Tourismus-Vermögen

Vor der gesetzlich festgeschriebenen Auflösung des örtlichen Verbandes tätigte der Gemeinderat einen wichtigen Beschluss.

Erstellt am 11. April 2021 | 04:12
Baustelle Podersdorfer See
Megaprojekt. Die Neugestaltung des Podersdorfer Strandbades schreitet zügig voran - in den Bau der riesigen neuen Familienwelt werden 2,6 Millionen Euro investiert.
Foto: BBR

Die Gemeinde Podersdorf kauft den 25-prozentigen Anteil des örtlichen Tourismusverbandes an der Podersdorf Tourismus- und Freizeitbetriebs GmbH (PTF). Das wurde in der vergangenen Gemeinderatssitzung beschlossen. Nach der aufsichtsbehördlichen Genehmigung wird die Gemeinde somit hundertprozentige Eigentümerin der PTF GmbH. „Eine mündliche Zusage der Aufsichtsbehörde haben wir bereits“, betont Bürgermeisterin Michaela Wohlfart (ÖVP) im BVZ-Gespräch.

Dieser Schritt wurde aufgrund der Novelle des Burgenländischen Tourismusgesetzes notwendig, die seit 20. Februar in Kraft ist. Das neue Gesetz schreibt die Auflösung der örtlichen Tourismusverbände bis 30. Juni 2021 vor. An deren Stelle treten der Tourismusverband Nordburgenland, der Tourismusverband Mittelburgenland-Rosalia und der Tourismusverband Südburgenland.

Baustelle Podersdorfer See
Podersdorfs Bürgermeisterin Michaela Wohlfart und Tourismuschef Rene Lentsch: Die Gemeinde übernimmt das Vermögen des Tourismusverbandes.
privat

Das Vermögen des Podersdorfer Tourismusverbandes, also der Anteil an der PTF GmbH, wäre nach dem 30. Juni an den Tourismusverband Nordburgenland gefallen, hätte man im Gemeinderat nun nicht den Kauf beschlossen. Die Podersdorfer agierten dabei mit Weitsicht, denn bereits im Dezember wurde der PTF-Anteil an einen Verein ausgelagert. „Damit haben wir uns abgesichert, weil noch nicht klar war, was schließlich genau im Gesetz stehen wird und wie die Fristen ausschauen werden“, erklären Bürgermeisterin Michaela Wohlfart und PTF-Geschäftsführer Rene Lentsch. Im Vorfeld wurde das Anlagevermögen von einem Sachverständigen bewertet.

Neues Gesetz, viele Fragezeichen

Das neue Tourismusgesetz bringt für Podersdorf allerdings noch andere Herausforderungen mit sich. So gehen 80 Prozent der Tourismusabgaben (Ortstaxen) nun nicht mehr direkt an die Tourismusgemeinden, sondern erst einmal an die Burgenland Tourismus GmbH, die die Gelder schließlich wieder im Land verteilt. Für Podersdorf als größte Tourismusgemeinde des Burgenlandes bedeutet das, dass der direkte Zugriff auf jährlich über 220.000 Euro verloren geht. „Es wird nun unsere Aufgabe sein, gute Projekte vorzuweisen, damit wir diese Summe wieder lukrieren können“, sagt Lentsch, „da wird es noch einige Gespräche geben müssen, noch ist nämlich nicht ganz klar, wie man das Geld auslöst.“ Es gebe noch viele Fragezeichen, die in den nächsten Wochen geklärt werden müssten.

Im April steht allerdings einmal die erste konstituierende Vollversammlung des neuen Tourismusverbandes Nordburgenland mit allen entsendeten Delegierten auf dem Programm. Die Delegierten werden den Vorstand wählen. Aus der Gemeinde Podersdorf entsendet die ÖVP mit Rene Lentsch den PTF-Geschäftsführer persönlich. „Die im Gesetz vorgeschriebenen Voraussetzungen bringt er ja schließlich mit“, so Wohlfart. Die Delegierten müssen nachweislich fünf Jahre im Tourismus gearbeitet haben.