Abschied nach 42 Jahren in der HAK

Direktorin Beata Sämann-Takacs verabschiedet sich in den Ruhestand und übergibt an Hannes Nitschiger.

Erstellt am 21. August 2021 | 06:09
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Beata Sämann-Takacs: „Ich habe mich immer gefreut, wenn die jungen Leute Erfolge hatten.“
Foto: BVZ

Über vier Jahrzehnte unterrichtete Beata Sämann-Takacs in der Neusiedler Handelsakademie und leitete die Bildungseinrichtung samt Handelsschule neun Jahre als Direktorin. Nun hat sie sich in die Pension verabschiedet. Mit der BVZ sprach sie aus diesem Anlass über ihre Anfänge als Lehrerin, Veränderungen im Unterrichtsalltag, Herausforderungen durch Corona und ihre Pläne für den Ruhestand.

Noch fühlt sich Sämann-Takacs noch gar nicht als Pensionistin, verrät sie im Interview, ist sie doch noch in Ferienstimmung. Langsam macht sich bei der Neusiedlerin aber doch Wehmut breit. Je näher der Schulbeginn rückt, desto stärker wird das Gefühl: „Die Schule wird mir schon fehlen“, sagt sie. Kein Wunder, 42 Jahre lang unterrichtete die Vollblut-Pädagogin an der gleichen Bildungseinrichtung. Bereut hat sie ihre Berufswahl nicht, obwohl Sämann-Takacs während ihrer Studienzeit auf der Wirtschaftsuniversität auch Erfahrungen in der Privatwirtschaft gesammelt hat. „Das war für meinen Unterricht nur positiv, ich konnte auch aus der Praxis erzählen und nicht nur Theorie vermitteln“, sagt sie.

Unterricht hat sich in 40 Jahren stark gewandelt

Der Unterricht habe sich in den vergangenen vier Jahrzehnten natürlich verändert, sei herausfordernder geworden. „In den 80er Jahren lag der Fokus stärker auf der Schule. Heute sind die Jugendlichen stark von sozialen Medien abgelenkt, andererseits sind sie im IT-Bereich viel besser geworden“, blickt die Pädagogin zurück. Die Schülerinnen und Schüler seien individualistischer und teilweise auch selbstbewusster als in den Anfängen ihrer Unterrichtstätigkeit. Seitdem hat sich allerdings auch im Lehrplan und in den Unterrichtsmöglichkeiten einiges geändert. So seien etwa Projektunterricht und Spezialausbildungen möglich geworden und Übungsfirmen hätten sich seit Mitte der 1990er Jahre etabliert. Letztere haben sehr viel Praxis an die Schule gebracht. „Die Web-Sites der Übungsfirmen unserer Schüler sind mittlerweile so gut, dass es schon vorgekommen ist, dass echte Bestellungen und Anfragen hereingekommen sind“, schmunzelt Sämann-Takacs.

Stolz ist die scheidende Direktorin über den guten Ruf „ihrer“ Schule, der Jugendliche aus einem großen Einzugsgebiet bis in den Raum Schwechat nach Neusiedl bringt. Innovativ hat sich die HAK Neusiedl auch im vergangenen Schuljahr präsentiert: Als erste HAK Österreichs hat die Schule zertifizierte Fachkräfte in Personalverrechnung ausgebildet. Und das in einer besonders herausfordernden Zeit. Corona hat den Schulalltag massiv verändert und stellte Direktorin und Lehrkörper vor viele Herausforderungen. Wichtig sei es gewesen, schnell und flexibel zu reagieren. Es sei vorgekommen, dass Erlässe des Unterrichtsministeriums am Samstagabend eingelangt sind und am Montag umgesetzt werden mussten. „Aber mit dem tollen Lehrerteam haben wir die Situation super gemeistert.“

Anmeldungen zeigen steigendes Interesse

Steigendes Interesse an einer Ausbildung in der HAK/HAS ist bei den Anmeldungen zu beobachten. Heuer startet die HAK/HAS mit mehr ersten Klassen als üblich. Rund 450 Jugendliche besuchen dann die Neusiedler Bildungseinrichtung. Sie werden von einem 60-köpfigen Lehrerteam unterrichtet. „Zwölf von ihnen sind Absolventen unserer Schule. Das ist ein Zeichen, dass die Leute wieder gerne zurückkommen und unsere Schulkultur weitertragen“, freut sich Sämann-Takacs.

Dass Unterrichten ihre Berufung sein sollte, hat sich übrigens schon früh abgezeichnet.

„Ich habe bald gemerkt, dass ich gerne unterrichte und das gut kann. Ich habe mich auch immer gefreut, wenn die jungen Leute Erfolge hatten“, erinnert sich Sämann-Takacs. Und so ist es bis heute geblieben. Nun wird sie ihre Zeit allerdings ihren beiden Enkelkindern widmen, sich weiterhin als Gemeinderätin einsetzen, Bücher lesen und auch Reisen sollen geplant werden. Außerdem will sich Sämann-Takacs künftig auch ehrenamtlich engagieren.