Aus für Aktion 20.000: Jobs werden nicht besetzt

Stadtgemeinde schrieb zwei Stellen aus, nach Aus der Aktion 20.000 durch Bund wird niemand aufgenommen.

Erstellt am 10. Januar 2018 | 09:06
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Arbeitslosigkeit Symbolbild
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Im Rahmen der Aktion 20.000 sollte über das Arbeitsmarktservice (AMS) die Schaffung von Arbeitsplätzen in Gemeinden sowie bei gemeinnützigen Trägervereinen und gemeinnützigen Unternehmen gefördert werden. Und zwar für Menschen, die älter als 50 Jahre alt und mehr als ein Jahr ohne Job sind.

Böhm: "Aktion für sehr gut gehalten"

Auch die Stadtgemeinde wollte sich beteiligen und schrieb zwei Jobs aus: Gesucht wurden ein/e GemeindearbeiterIn sowie ein/e RaumpflegerIn. Doch die Stellen werden nun nicht mehr besetzt, weil die neue Bundesregierung das Aus für die Aktion 20.000 beschlossen hat. Bürgermeisterin Elisabeth Böhm erklärt:

„Die Ausschreibung wurde leider gestoppt. Aus diesem Grund ist es uns leider nicht möglich, zwei arbeitslosen Menschen eine Perspektive und einen Arbeitsplatz zu geben. Ich habe die Aktion 20.000 für sehr gut gehalten, da damit Personen, die es am Arbeitsmarkt sehr schwer haben oder überhaupt in einer aussichtslosen Situation sind, eine Möglichkeit geboten wird, in Beschäftigung zu kommen.“

Auch Petra Beidl, Geschäftsstellenleiterin des AMS Neusiedl am See, bedauert: „Mit der Aktion hätten zusätzliche Arbeitsplätze finanziert werden können - für eine Zielgruppe, deren Wahrscheinlichkeit wieder einen Job zu finden, nur bei sieben Prozent liegt.“

Arbeitslosigkeit Bezirk Neusiedl
Gestiegen. Die Zahl der Arbeitssuchenden, die älter als 50 Jahre sind, hat sich in den vergangenen zehn Jahren (2007 bis 2017) mehr als verfünffacht. Für diese Altersgruppe wird es immer schwieriger, den Weg zurück auf den Arbeitsmarkt zu finden. Die Aktion 20.000 sollte das ändern, die neue Bundesregierung hat das aber nun gestoppt.
AMS; Foto: Bosnian/shutterstock.com;Grafik: Bischof

Laut AMS gab es konkrete Anfragen, und zwar von insgesamt acht Gemeinden aus dem Neusiedler Bezirk und von zwei Vereinen im Bereich Soziales.

Für bereits vorliegende Förderbegehren gibt es Entwarnung: „Bereits getätigte Zusagen können wir aus heutiger Sicht einhalten. Einige Dienstverhältnisse haben bereits mit Jänner begonnen“, so Beidl.