Bäume zerstörten Kunstrasenplatz. Das Wurzelwerk drang bis ins Sportgelände der Schule vor. Ob die gefällten Bäume nachgepflanzt werden, ist offen.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 05. August 2018 (05:00)
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Die Baumwurzeln der Pappeln haben sowohl innerhalb als auch außerhalb des Schulgeländes Schäden angerichtet.

Vergangene Woche rückte der Maschinenring an, um einige Bäume im Bereich der Neuen Mittelschule zu fällen. Diese Aktion sei notwendig geworden, weil das Wurzelwerk bereits den Kunstrasenplatz der NMS zerstört hatte, erklärt Bürgermeisterin Elisabeth Böhm (SPÖ). Die Fällung der 13 Pappeln wurde im Gemeinderat in der Sitzung vom 25. Juni beschlossen.

Es war bereits Gefahr in Verzug, die Verletzungsgefahr auf dem Platz groß."Elisabeth Böhm

„Es war bereits Gefahr in Verzug, die Verletzungsgefahr auf dem Platz groß. Ein Kind hat sich schon verletzt“, weiß Böhm. Nun soll der gesamte Kunstrasenplatz um 116.000 Euro erneuert werden. Dieser sei über zwanzig Jahre alt und kaputt.

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Vergangene Woche wurden die Pappeln neben dem Kunstrasenplatz der Neuen Mittelschule entfernt.

Auf die Frage, ob wieder Bäume nachgepflanzt werden, antwortet die Ortschefin zurückhaltend: „Die Gefahr ist dann gegeben, dass die Wurzeln wieder in den neuen Platz wachsen. Es sind dort aber ohnehin noch einige Bäume da.“

Eine Wurzelschutzfolie unter dem Kunstrasenplatz soll verhindern, dass das Wurzelwerk, den Boden wieder hebt. Die Fällung der Pappeln wurde nicht nur aus Sicherheitsgründen notwendig, sie wurde auch von den Bundesforsten empfohlen. Ein Gutachten hat den Bäumen keinen gesunden Zustand attestiert. Ein falscher Baumschnitt könnte dafür der Grund sein.

Ortschefin möchte Baumkataster

Für Vize-Bürgermeister Thomas Halbritter (ÖVP) Grund genug, künftig auf einen fachgerechten Baumschnitt in der Stadtgemeinde zu achten. „Das Kappen ist ja eine Methode, die in Neusiedl öfters angewandt wird“, kritisiert er.

Auf Nachfrage der BVZ spricht sich Bürgermeisterin Böhm für einen Baumkastaster aus, in dem jeder Baum dokumentiert wird. „Für eine so große Stadtgemeinde wie Neusiedl ist es wichtig, zu wissen, welche Bäume kaputt sind.“

Dabei gehe es auch um Haftungsfragen, allerdings müsse man schauen, ob es dafür ein Budget gäbe. Böhm schätzt die dafür notwendige Summe auf rund 50.000 Euro. Auch Halbritter sieht den Kataster als notwendig an: „Alle Neusiedler Betriebe müssen eingeladen werden, ein Angebot zu legen.“