Gastgärten: Verlängerte Sperrstunde bleibt. Entlang der Hauptstraße dürfen Neusiedls Gastronomen nun das ganze Jahr draußen länger Getränke und Essen servieren.

Erstellt am 12. Juli 2017 (09:29)
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 Pizzeria San Marco
Platzhirsch. Neusiedls größten Gastgarten betreibt Marco Feletti, Chef der Pizzeria San Marco auf der Unteren Hauptstraße. Vor allem in der Hochsaison herrscht dort reger Betrieb.
Pia Reiter

Nach dem „Probejahr“ 2016 wurde nun die entsprechende Verordnung abermals einstimmig im Gemeinderat beschlossen: Laut Bürgermeister Kurt Lentsch (ÖVP) hatte es bezüglich der Verlängerung der Öffnungszeiten in den Gastgärten entlang der Hauptstraße keine Beschwerden gegeben.

Deshalb nun der neuerliche Beschluss, der den Stadt-Gastronomen in diesem Bereich nun ermöglicht das ganze Jahr über ihren Gästen draußen Essen und Getränke von 8 bis 24 Uhr zu servieren. Die Erweiterung der Öffnungszeiten durch den Gemeinderat ist seit der vom Nationalrat beschlossenen Gesetzesänderung im Jahr 2006 möglich.

Mehr als 200 Sitzplätze auf öffentlichen Grund

Die Gewerbeordnung, die den Betrieb eines Gastgartens regelt, sieht Öffnungszeiten für Schanigärten auf öffentlichen Grund von 8 bis 23 Uhr vor, auf Privatgrund von 9 bis 22 Uhr.
An die 200 Sitzplätze in Neusiedls Gastgärten sind es, die sich entlang der Hauptstraße auf öffentlichen Grund befinden, und für die diese Verordnung anwendbar ist. Nicht inkludiert sind darin die Sitzplätze in Neusiedls größtem Gastgarten, der sich teilweise auf öffentlichem und teilweise auf privatem Grund befindet.

Gastgarten im Dacapo im Nyikospark
Grün und schattig. Der Gastgarten im Dacapo im Nyikospark bleibt durch die zahlreichen Bäume auch im Hochsommer kühl. Das Team um Hans, Mona, Mike und Erwin kümmert sich dort um die Gäste.
Pia Reiter

An die 300 Sitzplätze stehen in der Pizzeria San Marco für die Gäste draußen zur Verfügung, das Lokal selbst verfügt innen „nur“ über 70 Sitzplätze. Deshalb spielt sich für Chef Marco Feletti das Hauptgeschäft in der Hochsaison im Gastgarten ab:

„Da geht es um zweieinhalb bis drei Monate, wo diese Verlängerung für uns wichtig ist. Jeder Gastronom mit Gastgarten soll die Möglichkeit haben, es bleibt ohnehin jedem selbst überlassen, ob er es in Anspruch nimmt. Als Tourismusstadt sollte das selbstverständlich sein, denn wegen der großen Hitze kommen die Gäste erst später, so um 19 Uhr vom See oder aus dem Hallenbad und gehen zuerst noch in die Pension oder Ferienwohnung und dann erst zum Abendessen“, meint er.
Neusiedls Tourismusobfrau Renate Königshofer, die sich für die spätere Sperrstunde in den Gastgärten stark gemacht hat, ist froh über die neuerliche Verlängerung.

„Wichtiger Impuls für Stadt-Tourismus“

„Das kann man nur positiv sehen. Es ist ein wichtiger Impuls für den Stadt-Tourismus. Das gibt es ja sonst auch nirgendwo in einem Urlaubsort, dass ein Kellner um 22 Uhr zu den Gästen kommt und diese bitten muss zu gehen“, betont sie. Auch im Tourismusbüro seien bis jetzt keinerlei Beschwerden über die länger geöffneten Gastgärten eingelangt.
Nicht unter die Verordnung fällt zum Beispiel Neusiedls kühlster Gastgarten im Dacapo im Nyikospark.

Darin sorgen bei großer Hitze einige Bäume für wohltuenden Schatten.„Bei uns befindet sich dieser auf eigenem Grund und nicht auf Gemeindegrund. Deshalb fallen wir nicht darunter. Wir hatten aber noch nie Probleme, weil wir daneben einen Park haben und keine unmittelbaren Anrainer. Unser Gastgarten ist schon immer gut angenommen worden“, sagt Gastronom Fritz Tösch.