Hallenbad: Bund soll Sanierung mittragen. Neusiedler SPÖ stellten Konzept zur Finanzierung und Sanierung des Hallenbades vor, Grüne und ÖVP erstaunt und skeptisch.

Von Pia Reiter. Erstellt am 21. September 2017 (05:05)
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Präsentiert. Heinz Zitz und Vizebürgermeisterin Elisabeth Böhm mit Vertrag und Sanierungskonzept für das Hallenbad.
BVZ, Reiter

Zwei Wochen vor den Gemeinderatswahlen präsentierten Landesschulratspräsident Heinz Zitz und Vizebürgermeisterin Elisabeth Böhm (SPÖ) ein Konzept zur Bundes- und Landesfinanzierung des Hallenbades.

So sehen die Details aus: Anders als bisher könnten nun doch Bundesmittel für eine Hallenbad-Sanierung aufgebracht werden - Zitz und Böhm sprachen von bis zu 1,3 Millionen Euro Förderung für eine Sanierung durch das Bildungsministerium. Basis ist ein Nutzungsvertrag, der 1976 zwischen Stadtgemeinde und Bund abgeschlossen wurde, und indem geregelt ist, wie viele Schwimmstunden pro Woche für Bundesschulen im Neusiedler Hallenbad stattfinden.

Förderung hängt von Sanierungskosten

Laut Vertrag sind das 1.226 Stunden pro Schuljahr. „Das Gymnasium hat zu wenig Turnsäle und müsste ohne Hallenbad einen dritten Turnsaal bauen. Die Höhe der Förderung ist natürlich abhängig von den Sanierungskosten“, sagt Zitz, die Bandbreite läge hier zwischen vier und neun Millionen Euro. Weiters gibt es laut Böhm im Rahmen einer Hallenbad-Sanierung eine Förderungszusage des Landes von bis zu einer Million Euro.

Die Stadtgemeinde hat dazu keine Information und keine Zusagen. Seit 2015 habe es laufend Gespräche und Versuche seitens der Stadtgemeinde, das Neusiedler Hallenbad weiter am Leben zu erhalten, gegeben.

Seit 2015 laufend Gespräche

„Diese Gespräche fanden mit Landeshauptmann Hans Niessl, Landesrat Alexander Petschnig und mit Vertretern des Sport- und Unterrichtsministeriums statt. Von beiden Ministerien hat die Stadtgemeinde 2016 eine Absage erhalten. Eine Förderung sei unter keinen Umständen möglich“, sagt Bürgermeister Kurt Lentsch (ÖVP).

Auch seitens des Landesschulratspräsidenten und SPÖ-Gemeinderates Heinz Zitz, welcher den Auftrag des Gemeinderates erhielt, beim Unterrichtsministerium nach möglichen Förderungen nachzufragen und zu recherchieren, sei die Auskunft gekommen, dass eine Förderung durch das Bildungsministerium nicht möglich sei, so der Stadtchef.

Skepsis gegenüber SPÖ-Plänen

Skeptisch sehen auch die Grünen die SPÖ-Pläne für das Hallenbad: „Es war schon lange klar, dass eine Entscheidung aus taktischen Gründen bis zu den Wahlen hinausgeschoben wurde. Aber von diesen parteipolitischen Spielchen hat niemand etwas, weder die Schulen, noch die Vereine und schon gar nicht die Neusiedler. Für eine vernünftige Lösung brauchen wir die Zusammenarbeit aller Parteien und nicht die Profilierung einzelner“, meint Gemeinderätin Alexandra Fischbach.