Hallenbad: Warten auf Gutachten

Erstellt am 05. März 2018 | 06:19
Lesezeit: 2 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Hallenbad Neusiedl am See Symbolbild
Schützenswert. Geht es nach dem Bundesdenkmalamt, so wird das Neusiedler Hallenbad unter Denkmalschutz gestellt. Fest steht: Die Deckenkonstruktion mit Holzbindern gilt als Pioniertat seitens in Sachen Statik, diese wurden hier erstmals eingesetzt. Foto: Reiter
Foto: Pia Reiter
Reaktionen zum angekündigten Denkmalschutz: Skeptisch, erfreut und überrascht zeigen sich Freizeitbetriebe und Stadtpolitik.
Werbung

Die angekündigte Unterschutzstellung des Neusiedler Hallenbades sorgte für unterschiedliche Reaktionen. Freizeitbetriebe-Geschäftsführer Georg Glerton sagt: „Da wurde dem Gutachten vorgegriffen, ich habe nichts davon gewusst. Nun ist eine ohnehin nicht einfache Situation noch komplizierter geworden. Das Gutachten ist noch in Ausarbeitung und danach wird es einen Bescheid geben. Erst dann werden wir überlegen, wie wir damit umgehen“, betont er.

Vizebürgermeister Halbritter von Entscheidung sehr überrascht

Grundsätzlich sei eine enge Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt angedacht, Glerton rechnet jedoch mit einem Ansteigen der Sanierungskosten von 20 bis 40 Prozent. Thomas Aufmesser (Neos) freut sich über den „Etappensieg“, wie er sagt: „Besonders schön finde ich, dass ein zeitgenössischer Kulturbau des späten Brutalismus in Holzbau-Fusion nun wertgeschätzt wird.“

Der Beiratsvorsitzende der Freizeitbetriebe Stadtrat Heinz Zitz (SPÖ) will Gespräche mit dem Bundesdenkmalamt führen: „Die Sanierung wird nicht einfacher und schon gar nicht billiger werden. Zuerst muss am Tisch liegen, was der Denkmalschutz für die Sanierung bedeutet, dann gilt es abzuklären, ob es Förderungen gibt.“

Sehr überrascht war Vizebürgermeister Thomas Halbritter (ÖVP) von der Entscheidung des Bundesdenkmalamtes: „Natürlich ist das eine Anerkennung für das Bauwerk und die Stadt, aber jede Medaille hat zwei Seiten. Die Würdigung ist das eine, andererseits macht es die Renovierung nicht einfacher und schränkt die Optionen der Stadt immens ein.“ Bürgermeisterin Elisabeth Böhm (SPÖ) betont: „Wir müssen das Gutachten abwarten, erst dann kann ein neues Konzept erarbeitet werden.“

Die Grünen fordern eine rasche Lösung für die Sanierung und Finanzierung des Hallenbades.: „In den vergangenen Jahren gab es viele Lippenbekenntnisse und schöne Worte. Im Wahlkampf einiges an Versprechungen. Jetzt müssen endlich Nägel mit Köpfe gemacht werden“, erklärt Gemeinderätin Alexandra Fischbach.

Werbung