Haus St. Nikolaus: Neue Hausleiterin sucht Zivildiener

Das Alten-, Wohn- und Pflegeheim der Caritas wird seit etwas mehr als zwei Monaten von Luboslava Antonu geführt.

Birgit Böhm-Ritter
Birgit Böhm-Ritter Erstellt am 19. September 2018 | 10:43
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Im Gespräch. Hausleiterin Luboslava Antonu liebt ihren Beruf und hat neben ihren administrativen Aufgaben auch immer wieder ein offenes Ohr für die Bewohnerinnen und Bewohner des Haus St. Nikolaus.
Foto: BBR

Das Alten-, Wohn- und Pflegeheim der Caritas hat eine neue Hausleiterin. Seit 2. Juli wird das Haus St. Nikolaus von Luboslava Antonu geführt.

Die gebürtige Slowakin arbeitete nach ihrer Ausbildung in der Slowakei 25 Jahre lang für den Wiener Krankenanstaltenverbund. In dieser Zeit absolvierte sie weiterführende Ausbildungen bis zur Heim- und Pflegedienstleiterin. Ins Burgenland ist Antonu der Liebe wegen gekommen. Mit ihrer neuen Aufgabe in Neusiedl am See fällt das Pendeln nach Wien weg. Antonu ist in der Nachbargemeinde Weiden am See zu Hause.

Leiterin von 56 Mitarbeitern

Sie führt nun das Caritas-Haus und trägt für 60 Bewohner sowie sechs Klienten der Tagesbetreuung Verantwortung und leitet ein Team von 56 Mitarbeitern. Keine leichte Aufgabe. Denn neben den großen Herausforderungen, die ein Pflegeberuf ohnehin mit sich bringt, stehen große organisatorische Brocken auf der Tagesordnung.

Es gilt nicht nur, die Pflegequalität zu sichern, sondern etwa auch die Instandhaltung des Hauses zu koordinieren oder externe Kunden zufriedenzustellen. Im Laufe der vergangenen Jahre hat sich das Haus St. Nikolaus nicht nur in seiner Pflegekompetenz etabliert, sondern auch als verlässlicher Partner im Bereich „Essen auf Rädern“.

So beliefert die Großküche etwa Kindergärten und Schulen von Bruck an der Leitha bis Apetlon. „Da steckt eine aufwendige Logistik dahinter. Es gibt einige Bereiche, wo wir dringend Unterstützung von Zivildienern brauchen. Das Ausliefern von Essen gehört dazu“, erzählt Antonu.

Falsche Vorstellungen führen zu Zivi-Mangel

Das Interesse der Zivildiener für das Haus St. Nikolaus hält sich allerdings in Grenzen. Drei Zivildiener absolvieren ihren Dienst derzeit in der Einrichtung. Genehmigt sind ab Jänner 2019 sechs Stellen im Caritas-Heim. „Es hat sich noch keiner gemeldet“, bedauert Antonu.

Woran das mangelnde Interesse liege, weiß sie nicht. Die jungen Leute könnten falsche Vorstellungen von ihren Aufgaben haben, vermutet die Hausleiterin. Zu diesen würden etwa Botengänge, Einkäufe, Gartenarbeiten oder hauswirtschaftliche Tätigkeiten zählen und wenn noch Zeit bleibe, die Beschäftigung mit den Klienten.

Eine „soziale Ader“ schadet jedenfalls nicht. Antonu selbst wurde diese in die Wiege gelegt. Ihre Mutter arbeitete als Lehrerin. Um einen Pflegeberuf ausüben zu können, müsse man ein feinfühliger, empathischer Mensch sein.

Was ihr für die Bewohner wichtig sei? „Die Menschen, die im Haus St. Nikolaus leben, sollen sich wohlfühlen und das, was sie machen können, noch machen dürfen. Es soll auch wieder mehr Ausflüge geben. Das war in den letzten Monaten nicht möglich und wird viele Bewohner freuen“, weiß Antonu.