Identität im Garten finden

Das Projekt „Lebensraum Neusiedl“ will mit Gemeinschaftsgärten den sozialen Zusammenhalt in der Stadt stärken.

Paul Haider
Paul Haider Erstellt am 06. Mai 2018 | 05:00
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Markus Bleich
Naturverbunden. „Lebensraum“-Gründer Markus Bleich mit den Hobbygärtnern Andrea Kiss, Hans-Peter Kohlhauser und Leonard Achs. 
Foto: Haider

Das gemeinnützige Projekt „Lebensraum Neusiedl“ sorgt seit zwei Jahren mit ihren Gemeinschaftsgärten für Aufsehen. Die Vereinigung stellt auf mittlerweile vier Feldern in Neusiedl am See Gartenflächen zur Verfügung, auf denen für 40 Euro die ganze Saison über „gegartelt“ werden kann. Einen 25-Prozent-Gutschein vom Kooperationspartner „Bio-Tiger“ gibt es obendrein dazu.
„Gemeinschaftsgarten schweißt zusammen“

"Wir wollen, dass sich die Menschen, die nach Neusiedl ziehen, untereinander austauschen."

Damit will das „Lebensraum Neusiedl“-Kollektiv einerseits die Wertschätzung für den Neusiedler Hotter wiederbeleben und andererseits das soziale Gefüge in der Bezirkshauptstadt stärken. Die BVZ sprach mit dem Gründungsmitglied Markus Bleich über die Werte, die hinter dem Projekt stehen: „Wir wollen nicht, dass Neusiedl zu einer Trabantenstadt wird, wo es anonym zugeht wie in einer Großstadt. Wir wollen, dass sich die Menschen, die nach Neusiedl ziehen, untereinander austauschen. So ein Gemeinschaftsgarten schweißt zusammen, weil man vieles gemeinsam machen muss, um zielführend Gemüse anzubauen.“

Die Bewahrung und Pflege des fruchtbaren Neusiedler Bodens ist den „Lebensraum“-Gründern ein ebenso großes Anliegen, wie der hauptberufliche Imker erklärt: „In Neusiedl wurden in den letzten Jahren sehr viele Grünflächen verbaut. Uns ist es ein ganz großes Anliegen, die bestehenden Flächen zu bewahren. Deshalb sollen die Leute wieder mit den Händen in den Hotter eintauchen und eine Verbindung dazu bekommen, was ihnen ihr Lebensraum zur Verfügung stellen kann. In Neusiedl haben sich früher viele Menschen ihre Häuser mit Salat und Majoran gebaut. Kurz gesagt wollen wir einen Teil der Neusiedler Seele wiederbeleben, der verloren gegangen ist.“

Restplätze noch verfügbar

Markus Bleich verrät abschließend, dass „Lebensraum Neusiedl“ bereits an weiteren Projekten abseits von „garteln“ und Gemüseanbau arbeitet. Die Gemeinschaftsgärten sollen aber beibehalten und nach Möglichkeit auch erweitert werden. Auf den vier Feldern, die den „Lebensraum-Neusiedl“- Mitgliedern aus ihrem Verwandtschafts- und Freundeskreis zur Verfügung gestellt werden, bauen derzeit schon mehr als 70 Familien Gemüse an.

Ein paar Restplätze sind für die heurige Saison noch verfügbar. Mehr Informationen dazu gibt es im Internet auf lebensraum-neusiedl.at.