Nakovits verlässt FPÖ: Sechs weitere Mitglieder folgen. Mit den Positionen ihrer ehemaligen Partei möchte die Gemeinderätin nichts mehr zu tun haben. Mit ihr verlassen sechs weitere Mitglieder die Neusiedler Ortsgruppe.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 07. August 2018 (08:06)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Rathaus Neusiedl am See Symbolbild Web-Artikel 102764
Notwendig. Fassade, Dach, Fenster, Stiegen und Statik des Neusiedler Rathauses müssen überprüft und saniert werden. Außerdem soll ein Aufzug in das Gebäude eingebaut werden.
Reiter

Die Gemeinderätin Maria Nakovits hat ihren Austritt aus der FPÖ verkündet. „Nach knapp zwei Jahren ziehe ich die Konsequenzen, lege meine Funktion als geschäftsführende Stadtparteiobfrau nieder und trete aus der FPÖ aus. Mein Mandat als Gemeinderätin werde ich parteifrei weiterhin ausüben“, erklärt sie. Mit ihr haben sechs weitere Mitglieder der Neusiedler Ortsgruppe die FPÖ verlassen. Nakovits geht mit den Freiheitlichen hart ins Gericht. Zu den Gründen ihres Austritts nennt sie Differenzen zur Landespartei. Sie habe festgestellt, dass ihre klare Linie nicht parteikompatibel sei.

Maria Nakovits
Maria Nakovits
zVg

„Weil uns beim 1. Mai Bürgerfest freiwillig ein Asylwerber geholfen hat, wurde mir zugetragen, dass dieser Umstand für Irritation bis in die höchste Landesparteispitze gesorgt hat. Sowas passt ja nicht zur FPÖ, musste ich mir sagen lassen. Mit solchen Positionen will ich weder in Verbindung gebracht werden, noch will ich mich in einer Partei engagieren, die zulässt, dass solches Gedankengut toleriert wird“, begründet Nakovits ihren Rückzug aus der FPÖ.

Außerdem sei sie zur Erkenntnis gekommen, Politiker auf Landesebene seien vollkommen überbezahlt. „Der Mangel an Sachkompetenz, strategischem Denkvermögen und Gestaltungskraft steht im krassen Widerspruch zu den Mega-Gagen.“

"Reisende soll man bekanntlich nicht aufhalten"

„Wir bedauern, dass Maria Nakovits und ihr Freundeskreis den Erfolgskurs der sozialen Heimatpartei FPÖ Burgenland nicht mehr mittragen möchten“, merkt Bezirksparteiobmann Landesrat Alexander Petschnig zum öffentlich zelebrierten Parteiaustritt der Neusiedler Gemeinderätin an.

Alexander Petschnig
Alexander Petschnig
Wolfgang Millendorfer

Von den sechs im Austrittsschreiben genannten Personen seien zwei allerdings gar keine Parteimitglieder: „Personen, die noch nicht mal eingetreten sind, können auch nicht austreten. Nichtsdestotrotz: Reisende soll man bekanntlich nicht aufhalten“, nimmt Petschnig die Entscheidung der Gruppe ohne weiteres Kommentar zur Kenntnis.

Was der einzige im Gemeinderat verbliebene FP-Mandatar zur Rücktrittswelle sagt, lest ihr ab Mittwoch in der Neusiedler BVZ.