Neue Tennishalle in den Startlöchern. Neusiedls Mandatarinnen und Mandatare beraten heute über einen Grundsatzbeschluss für einen Neubau in Neusiedl am See.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 20. Mai 2021 (05:12)
Die bestehende Tennishalle hat bald ausgedient. Laut Insidern würde eine Sanierung weit mehr kosten als ein Neubau. Dieser könnte nun auf einem anderen Grundstück Realität werden. Vorausgesetzt die Gemeinderäte fassen am Donnerstag einen Grundsatzbeschluss.  
Böhm-Ritter

Neusiedls Tennisspielerinnen und Tennisspieler dürfen hoffnungsvoll in die kommenden Wintersaisonen blicken. Zumindest leuchtet ein Silberstreif am Horizont, nämlich in Form eines Grundsatzbeschlusses für den Bau einer neuen Tennishalle. Dieser Beschluss soll heute Abend vom Gemeinderat gefasst werden.

Seitdem die Tennishalle im Juli 2019 von der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG) gekauft wurde, schwebt das Damoklesschwert eines Abbruches über der Halle. Der Bauträger plant jedenfalls ein großes Bauprojekt auf dem Grundstück. Ein Abriss der Tennishalle wurde vorerst aber noch zurückgestellt und die Halle zwei Wintersaisonen an den Union Tennisclub (UTC) Neusiedl verpachtet, wobei im vergangenen Winter coronabedingt kaum gespielt werden durfte. Eine weitere dritte Wintersaison 2021/22 in der alten Halle dürfte für den UTC realistisch sein, wie OSG-Chef Alfred Kollar der BVZ mitteilte. Das Bauprojekt steht demnach noch nicht unmittelbar vor seiner Verwirklichung. „Wir haben mit der Planung gestartet, unsere Planer brauchen allerdings noch Zeit. Außerdem arbeiten wir an 169 Baustellen im ganzen Land und sind damit ohnehin an unserer Kapazitätsgrenze.“ Geplant sind in Neusiedl rund 45 Doppelhäuser. Bis es zum Projektstart kommt, wird es jedoch noch dauern. Kollar rechnet mit einem Abriss der Tennishalle im Frühsommer 2022.

Das gibt der Stadtgemeinde jedenfalls noch Zeit, an einem neuen Projekt zu feilen. Angedacht ist der Bau einer neuen Tennishalle auf einem Grundstück der Stadtgemeinde in unmittelbarer Nachbarschaft der Segel-Centers Möstl. „Das Grundstück ist eines der wenigen, das noch im Besitz der Stadtgemeinde ist. Es ist nicht weit vom jetzigen Standort entfernt und es ist gut mit dem Rad oder zu Fuß erreichbar“, betont Bürgermeisterin Elisabeth Böhm (SPÖ). Dem Vorschlag der ÖVP, eine neue Halle neben dem Hallenbad zu bauen, kann sie dagegen nichts abgewinnen. Das sei zu nahe an der Seepromenade.

Der UTC ist an einer baldigen Lösung naturgemäß sehr interessiert und war zuletzt auch mit allen Gemeinderatsfraktionen im Gespräch. Der Tennissport hat in der Stadt in den vergangenen Jahren einen gehörigen Aufschwung erlebt. Hatte der UTC Neusiedl 2015 noch 244 Mitglieder, so sind es heute gar 387. Damit ist der UTC der mitgliederstärkste Tennisverein des Burgenlandes und dürfte auch der größte Verein der Stadtgemeinde sein. Das Einzugsgebiet der städtischen Tennishalle liegt aber weit außerhalb der Stadt. Spielerinnen und Spieler aus dem ganzen Bezirk und weit darüber hinaus nutzten bis dato die Möglichkeiten in Neusiedl.

„Wir sind bestrebt, für all die Tennisbegeisterten eine zufriedenstellende Lösung zu finden, um ganzjährig einen Spielbetrieb zu ermöglichen. Unsere Gespräche verlaufen in eine positive Richtung“, so Bürgermeisterin Elisabeth Böhm.

Alles andere als ein einstimmig gefasster Grundsatzbeschluss des Gemeinderats für eine neue Halle wäre jedenfalls eine große Überraschung. Alle Fraktionen betonten immer wieder die wichtige Bedeutung der Sportstätte und die ÖVP stellte ohnehin vor zwei Jahren bereits einen dementsprechenden Antrag auf einen Grundsatzbeschluss, der damals noch mit einem Abänderungsantrag abgelehnt wurde, der da lautete: Die Bürgermeisterin solle weitere Gespräche führen und eine für die Neusiedlerinnen und Neusiedler positive und leistbare Lösung bezüglich einer Errichtung einer Tennishalle anstreben. Nun steht ein Konzept.